Gestern gabs in der Druckausgabe von medianet einen Schwerpunkt Milchindustrie mit der großen Überschrift “Weißes Gold mit Zukunft”. Der gesunde Saft aus dem Kuheuter ist ein Milliardengeschäft - allein der Export von österreichischer Milch macht einen Wert von 729 Mio. Euro pro Jahr aus. Größter Abnehmer dabei ist Italien mit 400.000 Tonnen Milch und Milchprodukte. Sind ja beeindruckende Zahlen, auf die man als Österreicher natürlich stolz ist, denn dies zeigt, dass hier Natur und Tier noch in der Lage sind, hohe Qualität zu liefern.
Doch die Kehrseite der Medaille stand in derselben Zeitung ein paar Seiten davor. Denn wie beim echten Gold bekommen auch hier die “Minenarbeiter”, die Bauern, den geringsten Anteil von diesem Milchfett ab: gerade mal 28 bis 30 Cent je Liter gibts für die Milch ab Hof. Die Bauern befürchten sogar ein Fallen des Milchpreises auf 22 Cent je Liter. Im Handel kostet ein Liter Milch jedoch um einen Euro… Das erinnert natürlich an diverse Modemarken und die sweat shops in Südostasien, wobei dort der Mangel an Gerechtigkeit noch größer ist.
Die IG-Milch hat daher bereits schon seit längerem einen Kampf gegen den Preisverfall geführt. Jetzt wird der neue Terminator der Milchwirtschaft ins Gefecht geschickt: “Faironika”, die rot-weiss-rote Milchkuh, bewirbt die neue Eigenmarke “A faire Milch”. Zu haben ist diese in schicken schlicht-weißen 1-Liter-Pakerln (die ich übrigends als eine willkommene optische Abwechslung im Kühlregal empfinde) bei Spar und Zielpunkt um 1,09 Euro. Davon erhalten die Bauern 40 Cent. Im Grunde verursacht dies je österreichischen Haushalt gerade mal 3 Euro Mehrbelastung pro Monat, der erhöhte Gewinn soll den Bauern jedoch die Absicherung der heimischen Erzeugung und der Kulturlandschaft ermöglichen.
Ich will hoffen, dass in unserer Geiz-ist-geil-Gesellschaft genügend Bewusstsein herrscht, damit dieses neue Produkt auch angenommen wird.
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Yesterday in the print edition of medianet there was a feature on milk industry in Austria titled “white gold with future”. The healthy juice out of the cows udders is a billion business - e.g. export of Austrian milk is 729 million Euro each year. Biggest customer is Italy with 400.000 tons of milk and milk products. Very impressive figures, which make me proud in being an Austrian as this shows that nature and animals are still in a position to produce high quality.
But the other side of the medal was in another article. As with real gold, the “miners” - the farmers - are getting the smallest portion of the money: only 28 to 30 Euro-Cent per liter for the milk. Farmers are expecting a drop of prices to 22 Euro-Cent per liter. But in the shops milk is sold for 1 Euro per liter… This reminds me of several fashion labels and their sweat shops in southeast asia although there the lack of justice is of course even bigger.
IG-Milch has been fighting for some time against the dropping of prices. Now they are sending their new Milk-Terminator in the war: “Faironika”, the red-white-red milk cow, is making advertising for the label “A faire Milch” (”a fair milk”). The Milk is available in white packages of 1 liter (which I find very attractive) for 1,09 Euro. From this price, the farmer gets 40 Euro-Cent. This means about 3 Euro more per household an month but helps the farmers to continue production and protect the countryside.
I’m really hoping that in our “miserliness-is-cool” society there will be enough awareness to buy this new product.