Ein Mord für Geld


In der Buchhandlung ist mir jetzt das Krimiheftchen “Die Leiche im Lendkanal” von Roland Zingerle untergekommen, das ich natürlich sofort mitgenommen habe, schliesslich ist der reizende Lendkanal in Klagenfurt grad um die Ecke von meinem Designstudio designation.
Der Krimi entstammt einer neuen Serie namens “Klagenfurter Kneipen-Krimis”, die viermal pro Jahr eine neue Geschichte im Jerry-Cotton-Stil um ‘nen Euro 90 rausbringen will. Ein erfrischender Ansatz in dieser Stadt am Wörthersee, wo Verbrechen ja in der Realität eher im nobleren Umfeld, wie z.B. dem Rathaus, als in Kneipen statt finden.

Jetzt bietet dieses Heftchen, das man nach zwei Stunden locker ausgelesen hat, leider keine kriminalliterarischen Höchstleistungen wie bei einem Veit Heinichen oder einem Henning Mankell, auch das Design ist für einen anspruchsvollen Leser enttäuschend, jedoch bietet der Krimiroman eine innovative Idee: man (oder auch Unternehmen) kann gegen Entgelt (ab hundert Euro) Teil der Handlung werden (der Autor nennt dies “Interfiktion”).

Viele Romanleser - so wie ich - lieben es ja, die Handlungsorte auch wirklich zu besuchen. Gerade London, Rom und Wien bieten hierzu ja herrliche Möglichkeiten, die schon professionell touristisch genutzt werden. Deshalb erachte ich die Verbindung von Wirklichkeit und Fiktion in meinem näheren Umfeld als einen spannenden Ansatz.
Und bei dieser ersten Geschichte haben auch schon etliche Unternehmen diese Möglichkeit der alternativen Werbung in Anspruch genommen, wodurch die Seiten immer wieder fett gedruckte Namen aufweist, was den Bezug zu tatsächlichen Personen und Unternehmen hervorheben soll. So besuchen die Hauptfiguren diverse Geschäfte und Restaurants, wo sie - leider manchmal etwas zu penetrant - auf die Besonderheiten dieser Unternehmen hinweisen. Eine Leseprobe - leider ohne eine “Werbeeinschaltung” - findet sich auch online.

Alles in allem eine gute Idee. Verbesserungsdürftig ist jedoch auf jeden Fall die literarische Qualität und die Feinheit der Handlung (des öfteren wirkt es wie ein Schulaufsatz), aber wahrscheinlich ist hier auch gar kein so hoher Anspruch gewollt.

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