Archive for Juli, 2006

Nächste WM, nächstes Logo… | Next World Cup, next Logo…

Montag, Juli 10th, 2006

Endlich haben wir Nicht-Fußball-Fans die letzten Wochen heil überstanden, da gehts schon auf zum nächsten World Cup: diesmal in Afrika. Und dazu gehört natürlich ein Logo, das letzten Freitag präsentiert wurde.
Die Afrikaner haben anscheinend aus dem Desaster des Deutschland-Logos gelernt und sich immerhin ein Jahr Zeit für den Wettbewerb genommen. Sieger wurde nebenstehender Entwurf von Switch Design.

Sieht ja ganz nett aus, wenngleich hier der “Pokal” der FIFA noch schrecklicher ins Bild tritt als beim Deutschen Logo. Dort hat es sich zwischen den verrückten Smileys besser verstecken können. Ganz toll und “afrikanisch” die Farbgestaltung - Ockergelb, Schwarz, Rot und Grün ergeben eine Form von Afrika, die sowohl Vielfalt als auch Vitalität ausdrückt. Könnte einen frischen Trend im Sportdesign hervorrufen. Nur der Fußball mag nicht so recht dazu passen. Wenn man sich die bisherigen WM-Logos ansieht, wird man feststellen, dass dies übrigends das erste Logo ist, das den Spieler und nicht den Ball in den Mittelgrund stellt.

Finally as we non-soccer-fans have survived the last few weeks, it’s starting with the next world cup: this time in Africa. And of course there is a logo for this which was presented last friday.
Obviously the Africans have learned from the disaster with the Germany-Logo as they took themselves one year for a logo competition. Winner was Switch Design with the logo above.

Looks quite nice although here the “cup” of FIFA is looking even worse than in the German Logo where it could hide better between the crazy smileys. Very good and “african” the usage of colours - ochre yellow, black, red and green are forming the silhouette of Africa and are expressing variety and vitality. Could make a new trend in sports design. Only the football doesn’t seem to fit in. When you look at the past world cup logos, you will see that this is the first one where not the ball is in the center of attention but the player.

Briefing für Dummies*

Donnerstag, Juli 6th, 2006

Ein Briefing ist das Anfangsgespräch mit dem Kreativen, in dem die Aufgabenstellung und Ziele erklärt werden.
Doch wozu das Ganze? Nun, ein klares Briefing erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Grafiker, hilft Geld sparen und ermöglicht es oft dem Unternehmer selbst erst, seine Ziele klar zu erkennen. Leider sieht die Realität oft anders aus: Der Auftrag wird nicht genau überdacht, dem Grafiker sagt man ein aufforderndes “Machen Sie mal”… was dabei herauskommt, kennt jeder Werbetreibende nur allzu gut: der präsentierte Entwurf erntet Unzufriedenheit. Die Worte des Kunden sind oft: “Also ich weiss nicht genau, was ich will, aber das ist es nicht.”

Ein gutes Briefing am Anfang ist also die Hausaufgabe, die der Auftraggeber zu machen hat und um die er nicht herumkommt. Und wie man das am besten angeht, erklärt das Buch “So briefen Sie richtig” von Michael Brückner und Ralf Reinert. Selbst als Kreative tätig, erklären sie gut verständlich, worauf es ankommt und wie Fehler am besten vermieden werden können. Schliesslich wollen Sie ja keine Werbeakademie besuchen müssen, um sich dem Grafiker verständlich zu machen.

Das Besten an dem Werk, das auf 96 Seiten einen für die meisten Zwecke völlig ausreichenden Überblick bietet, ist der Preis: Um gerade mal 10 Euro kann mans erwerben. Und das sollte es wohl jedem Auftraggeber wert sein, schliesslich wird so auch das Endprodukt besser und dann klappt’s auch mit dem Grafiker.

*Der Titel dieses Beitrags soll jetzt natürlich keine Beleidigung sein. Doch wer die englischsprachigen Bücher aus der “Dummies”-Serie kennt, der weiss, hier wird bestes Fachwissen auf einfache Art vermittelt. Und genau so soll es auch bei einem Buch über Briefing sein: klare Sprache mit gezielten Tipps ohne dazu ein Fachwörterbuch zu benötigen.

S** sells… auch Staubsauger! | s** sells… hoovers too!

Montag, Juli 3rd, 2006

Dass eine gute Werbung entweder eine attraktive Frau, ein Kind oder ein Tier enthalten muss, ist alte Werbeweisheit. Zurückzuführen soll das sein auf eine bestätigte Theorie der Lernpsychologie, dass ein Produkt, das in einem emotional erregten Kontext kennengelernt wird, sich besser ins Gedächtnis einprägt. Die billigste Art, dies zu erzeugen, ist neben dem Einsatz von süssen Babies und kleinen Hundewelpen ganz einfach S|e|x (mit der man auch mindt. 50% der Bevölkerung erreicht).

Jetzt ist diese Theorie ja schon alt und - für die meisten Geschmäcker - auch etwas ausgereizt, besonders wenn man als Medium RTL oder die Kronen Zeitung verwendet. Neu ist hingegen, dass auch renommierte Unternehmen auf diese Masche zurückgreifen: Nach reizvollen Blicken auf den - fast immer - weiblichen Körper zur Verkaufsförderung von Joghurts und Fenstern gehts jetzt an die Haushaltselektronik. Das Stichwort ist Hitech-Fetisch, und kommen tut das ganze von Cosmos! Natürlich findet sich auf der offiziellen Website nirgends ein Hinweis auf dieses Angebot mit perfekten - wenn auch nicht jugendfreien - Fotos. Aber wer sich schon immer gefragt hat, wie man im 21. Jahrhundert einen Staubsauger verkauft, bekommt hier einen guten Eindruck - auch für alternative Verwendungen…

Man wird sehen, wohin das führt… So manches Unternehmen hat es vor den Werberat geführt, wie z.B. Hochriegl Sekt, die nach unzähligen Beschwerden ihre Kampagne mit ungehemmten jungen Damen einstellen mussten.
Ist S|e|x in der Werbung der letzte Ausweg bei mangelnder Kreativität und Qualität?

It’s old advertisers knowledge that a good advertisment has to include an attractive woman, a child or an animal. This is based on a proofed psychology theory that a product is better remembered when it is introduced in an emotional context. The cheapest way to reach this is - apart from the use of cute babies and little doggies - s|e|x (and at least 50% of population is going to react on it).

This theory is not new and probably over-used when consuming most media. But its new that established companies also use this way of advertising: After some hot views on - nearly always - the female body for yoghurts and windows it’s now consumer electronics. The name is Hitech-Fetisch, and it comes from Cosmos, an established electronics retail chain in Austria! Of course, you won’t find anything of these perfect - but not suitable for work - photos on their official website. But if you ever wondered how hoovers are going to be sold in the 21st century you will find an answer here - also for alternative uses of them…

We will see where this is leading to… Many companies, like Austrians sparkling wine producer Hochriegl Sekt, had to cancel their campagne.
Is S|e|x in Advertising the last chance by lack of creativity and quality?

Schöner trinken

Montag, Juli 3rd, 2006

Dass das Auge auch mitisst, haben viele Gastronomen schon erkannt. Dass das Auge auch mittrinkt, war zumindest in Österreich nicht so bekannt. So stand meist ein mehr oder weniger attraktives Flascherl neben dem Mineralwasserglas…
Ausnahme bildete da lange einzig und allein Perrier mit den bekannten grünen Flaschen, doch 1. sollten wir in einem “Wasserland” wie Österreich nicht Wasser aus Frankreich holen und 2. gehört Perrier zum Nestle-Konzern, den man ja auch nicht unterstützen sollte.

Erfreulicherweise konnte ich kürzlich entdecken, dass es neben den kürzlich neu gestalteten Gastroflaschen von Vöslauer bereits seit März sogar noch schönerer von Römerquelle gibt. Tolles Design, erinnert mich an die Wasserkaraffen aus Italien. Vielleicht ein Ansporn auch für andere Unternehmen, mehr Design in ihren (Produkt-)Alltag zu integrieren.