Archive for August, 2006

Ein Tag am Meer

Donnerstag, August 24th, 2006

Kärnten, wo sich mein Designstudio befindet, liegt ja mitten im Herzen der sogenannten Alpe-Adria-Region. Eigentlich sind die Bewohner dieser Region sich ja sehr ähnlich, der typische Kärntner ist ja schlussendlich eine Mischung aus diesem Zusammentreffen von germanischen, romanischen und slawischen Völkern (auch wenn sich dessen nicht jeder bewusst ist). Trotzdem fruchten die bereits jahrzehntelang dauernden politischen und wirtschaftlichen Initiativen zum Näherbringen der Länder dieser Region - vornehmlich Kärnten, Friaul-Julisch-Venetien und Slowenien - noch immer nicht so richtig. Kleine Initiativen bleiben da sogar unbemerkt, z.B. das Wirtschaftsmagazin on top mit teilweise dreisprachigen Artikeln oder die Alpe-Adria-Biobauern. Obwohl z.B. Udine wesentlich näher zu Kärnten liegt als Wien, gelingt der Brückenschlag - wohl durch die Sprachbarriere - erst zaghaft.

Umso mehr freut es mich dann, wenn ich Kunden in dieser Region gewinnen kann. Und so verbrachte ich den gestrigen Tag in der wunderschönen Hafenstadt Triest bei einem neuen Kunden - bereits unserem dritten in Italien. Bei der Gelegenheit besuchte ich auch den Copyshop imprinta, der seit letztem Jahr sehr erfolgreich in einem neuen Corporate Design von designation erstrahlt. Die Geschäfte laufen bestens, das Design hat in der Werbung viel genützt, da wird man dann auch gleich weiter empfohlen. Was uns natürlich gefällt, denn schliesslich ist das Baden nach einem Geschäftstermin im Meer doch viel schöner als auf der Donauinsel…

Erdapfel Regular TrueType & PS

Freitag, August 11th, 2006

Meine Schrift Erdapfel Regular ist ab nun - dank freundlicher Unterstützung von Apfel+Z - auch als TrueType für Windows sowie PS für Mac OS 9 kostenlos verfügbar.

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My font Erdapfel Regular is from now on - thanks to friendly help from Apfel+Z - also available for free as TrueType for Windows and PS for Mac OS 9.

designation steigt auf! | designation moves up!

Freitag, August 11th, 2006

Momentan beginnen sich die Umzugskartons hier zu stabeln. Grad ein Jahr nach Einzug reicht das gemütliche Ein-Raum-Büro nicht mehr so ganz aus, weshalb es ans Übersiedeln geht. Weit gehen wir dabei aber nicht: designation bleibt der Klagenfurter Sponheimerstraße erhalten und zieht nur vom Erdgeschoss in den ersten Stock. Das ist also nicht nur ein Aufstieg, sondern dort gibts auch gleich doppelt so viel Platz.

Zuvor kam aber gestern noch Fotograf Helge Bauer vorbei, um die derzeitige Leere im zukünftigen Büro für ein paar Fotos meiner neuen Mitarbeiterin Brigitte Graf zu nutzen. Da war noch genug Platz zum Hüpfen, wie man sehen kann.

Viel zu tun also, d.h. das neue Webdesign des Designblocks wird wieder auf sich warten lassen. Die nächste Woche wird einiges nicht so funktionieren, wie man es sich wünscht, besonders Internet und Telefon hängen ja vom good-will der Telekom Austria und linea7 ab… Wenn wir also mal nicht erreichbar sind, bitte nicht verärgert sein, dafür gehts dann später umso besser :-)

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At the moment the removal boxes are beginning to fill. Just one year after moving in, the cosy one-room-office lacks on space so we are going to move. But it’s not taking us far away: designation remains in Klagenfurt’s Sponheimerstraße and only moves from basement to first floor. So that’s not only a movement up but also double the space.

But first photographer Helge Bauer was paying us a visit to use the emptiness of the future office for some photos of my new employee Brigitte Graf. There was still enough room to jump as can be seen.

So a lot to be done which means a better web design for the Designblock is delayed again. The next week many things won’t work as they should, especially the internet and phone relies on the good will of Telekom Austria and linea7. So when we are not reachable please don’t be annoyed. Later it will work much better :-)

Das lange “ſ” und das runde “s”

Mittwoch, August 9th, 2006

Die Frakturschrift erfreut sich momentan ja besonders in Deutschland einer neuen Beliebtheit. Bis nach Österreich hat sich das ja noch nicht durchgesprochen, aber das mag an der unangenehmen Erinnerung liegen, die die Frakturschrift bei vielen hervorruft (obwohl - wie mir gesagt wurde und auch hier nachzulesen ist - die Frakturschrift von den Nationalsozialisten sogar verboten wurde).

Wie dem auch sei, zur richtigen Frakturschrift gehört ein Buchstabe, der heutzutage immer unbekannter wird: das “lange s” - “ſ”. Ich kann mich noch gut an die vielen Kochbücher meiner Oma erinnern, die mich beim Lesen über diesen - dem kleinen “f” oft ähnlichen - Buchstaben stolpern liesen. Dabei kommt der Buchstabe nicht nur im Deutschen vor, sondern auch im Englischen, Französischen, Spanischen und Italienischen.

Nun, da wir neulich in professioneller Runde auch darüber gesprochen haben, hier eine kleine Zusammenfassung über die richtige Verwendung des langen “ſ” (das übrigends durch Kombination mit dem “z” zum heute bekannten “ß” geführt haben soll):

  • Am Wortschluss steht immer das runde “s” (z.B. Haus).
  • Bei Wortzusammensetzungen und am Ende von Vorsilben ebenfalls das runde “s” (z.B. Haus-tür, Dis-harmonie).
  • In den meisten anderen Fällen steht ein langes “ſ” (deshalb: Gaſthaus).
  • Ausnahmen und genauere Erläuterungen dazu hier

Und warum das ganze überhaupt? Nun, wenn schon viele Gasthäuser und Menükarten die Schönheit einer Fraktur zu schätzen wissen, so sollen sie doch bitte auch die Zeichen korrekt verwenden.

Wer machts denn richtig? Z.B. Jägermeiſter

Und wenn man sich nicht damit plagen will? Dann besorgt man sich Ligaturix für Windows bzw. MacFrakturix für den Apple. Die machen das dann von selbst.

Erdapfel Regular

Dienstag, August 8th, 2006

Wie berichtet war ich beim Schriftdesignworkshop in Oberösterreich fleissig und konnte zumindest die Grundzüge der “Erdapfel Regular” (Erdapfel = österr. Kartoffel) fertigstellen. Deshalb möchte ich sie hier zum kostenlosen Download bereitstellen.


Die Schrift wurde für die Verwendung in Logos und Überschriften entworfen, zeigt sich aber auch in kleinen Schriftgrößen als gut verwendbar. Leider wär noch viel zu machen, besonders das Spacing und Kerning lässt noch zu wünschen übrig. Den Black-Schnitt gibts noch nicht zum downloaden, denn dieser ist noch kaum ausgebaut. Aber wer die Regular verwenden möchte, sei dazu herzlich eingeladen, besonders wenn er/sie mir dafür Feedback sendet.

Da dies eine Vorabversion ist, kann ich für etwaige Probleme bei der Verwendung der Schrift keine Haftung übernehmen. Alles also auf eigenes Risiko. Die Schrift ist urheberrechtlich geschützt. Sie darf ausschließlich zu privaten, nicht kommerziellen Zwecken eingesetzt wird. Eine Weitergabe oder Veröffentlichung in digitaler oder gedruckter Form ist nur mit meiner ausdrücklicher Genehmigung gestattet. Die Vorabversion ist “Beerware”, d.h. bei Verwendung muss mir ein 6er-Tragerl Bier zugeschickt werden. Wegen den hohen internationalen Portospesen ist dies nur mehr freiwillig, es reicht nun, in einem fröhlichen Freundeskreis ein Bier auf mein Wohl zu trinken. :-)

UPDATE 11.8.2006: Da meine Vollversion von FontLab noch auf dem Weg ist, gabs bisher nur die OpenType Version. Michael von Apfel+Z war so nett, diese auch als TrueType für Windows sowie PS für Mac OS 9 umzuspeichern. Gibt’s ab nun gezippt als weiteren Download.

Download Erdapfel-Regular (OpenType Mac) v.0.1
Download Erdapfel-Regular (TrueType for PC und Mac) v.0.2
Download Erdapfel-Regular (Mac OS9) v.0.1

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As mentioned before I was busy at the type design workshop in Upper Austria and was able to finish the basics of “Erdapfel Regular”. So I would like to offer it for download here.

The font was designed for use in logos and headlines but is also quite usable in small sizes. Unfortunately there is still a lot of work to be done, especially the spacing and kerning is still bad. The black version is not yet ready to be used but who wants to use the regular version is invited to do so when he/she sends me some feedback.

As this is a pre-version I can’t take responsibility for any problems during the use of this font. All on your own risk. The type is copyright protected. It is only allowed to be used for private, non-commercial use. Any other usage or publication of the type is only possible with my explicit allowance. This pre-version is “beerware” so when you use this type you must send me a six pack of beer. As of the costly postage fees this is only if you really want to spoil me. Otherwise drink a beer with some friends my health. :-)

Download Erdapfel-Regular (OpenType Mac) v.0.1
Download Erdapfel-Regular (TrueType for PC und Mac) v.0.2
Download Erdapfel-Regular (Mac OS9) v.0.1

Die ersten 60 Tage… eine Blog-Bilanz

Montag, August 7th, 2006

Puh, jetzt sinds schon zwei Monate, dass der Designblock online ist. Ganz besonders überrascht hat mich der steile Anstieg an Lesern in den letzten Wochen. Deshalb hier ein paar Zahlen und Fakten:

  • Dies ist der 30. Beitrag, also im Durchschnitt gibts jeden zweiten Tag was Neues…
  • Die Diskussionsbereitschaft lässt noch zu wünschen übrig - nur 14 Kommentare verteilen sich hier (wenn man die ca. 100 Spam-Kommentare weglässt, die in den letzten Wochen angefallen sind…)
  • Ich werde gelinkt! Nein, nicht auf die böse Art, sondern auf die nette… Deshalb kommen die Besucher von Ed Wohlfahrt’s Blog, werfen einen Blick her über Pixblog, beachten Platz 17 auf der Top 100 GrafikDesign Blogs, schwimmen von der Gummiente Kuno rüber, lassen sich (l)in(k)fizieren vom Besserwerberblog oder sind inkompatibel durch 3-Bein.
  • technorati hat mich nun auf Platz 634.925! Das mag nicht so berühmt klingen, aber ich bin schon stolz drauf, dass ich es von Platz 1,569.429 bis hierher geschafft habe…

Was sind also die Wünsche für die Zukunft? Meine wären mehr Kommentare und Diskussion. Die Wünsche der Leser würde ich mir jetzt gleich mal als Kommentar erhoffen… :-)

Digitales Schriftdesign in Pettenbach | Digital typeface design in Pettenbach

Montag, August 7th, 2006

Eine schöne lange Woche in Oberösterreich ist zu Ende, und ich kann die Badehose wieder auspacken… leider ungenutzt, denn das Wetter lud wenig zum Baden ein. Es wäre sowieso keine Zeit geblieben, denn die kleine Gruppe von Grafikern und Kalligrafen aus Österreich, Deutschland, Irland, Italien, den USA und Estland war viel zu beschäftigt dazu. So verbrachten wir die Tage mit täglich 10 Stunden Unterricht in Fontlab durch Schriftdesigner und Professor Jovica Veljovic und anschliessenden Völlereien im Landgasthof Ranklleiten, wo uns Wirtsfamilie Mayr niemals hungrig zu Bett gingen lies.

Leider hat sich das Internet noch nicht so ganz bis nach Pettenbach durchsetzen können, weder ins Hotel noch ins Schriftenmuseum Barthaus, wo der Kurs auf bester Apple-Hardware dank der Unterstützung von der Firma Fronius - allen voran die sympathische Frau Brigitte Strauß - stattgefunden hat. Hier findet sich noch viel vom Geiste der Grafiker Friedrich Neugebauer und Leopold Feichtinger, deren Sammlung hier zu besichtigen ist.

So ist der Live-Bericht leider ausgeblieben, doch eine Woche internetfrei ist ja auch sehr entspannend. Doch wo so viele begeisterte Schriftliebhaber zusammenkommen, drehen sich selbstverständlich auch die Tischgespräche rund um die Welt der guten Gestaltung. Zusammenfassend deshalb ein paar Erkenntnisse, die ich - neben einer fabelhaften Einführung in die Software - gewinnen konnte:

  • Kalligrafie lebt! Und ist auch im 21. Jahrhundert wichtig für gute Schriftgestaltung! Deshalb bald hier ein Posting dazu.
  • Design ist wichtig, aber die korrekte Umsetzung bringt’s erst. Eine mangelhaft ausgebaute Schrift mit schlechtem Spacing und Kerning wird leider noch viel zu oft verkauft.
  • Am Ende zählt nicht die mathematische Korrektheit, sondern die ästhetische Gesamtwirkung (so wie überall im Design).

So unterschiedlich die Hintergründe der Teilnehmer waren, so unterschiedlich waren auch die Ergebnisse. Es reichte von kalligrafischen Schriften über Antiqua und nüchtern Seriflose bis zu auffälligen Displayschriften. Meine erschaffene Schrift ist eine Sans Serif auf den Namen “Erdapfel” (österreichisch für “Kartoffel”, ich gebe zu, ich ließ mich etwas vom Essen inspirieren…), die ich in einer Vorversion in einem späteren Posting hier zum download anbieten möchte. Leider ist eben gerade die “Nacharbeit” wie Kerning eine sehr aufwändige und langwierige Angelegenheit, weshalb ich mir die Fertigstellung der “Erdapfel” wohl noch für ein paar kühle Herbstabende aufbewahren werde.

Alles in allem also eine wunderbare Woche, weshalb ich zukünftige Seminare jedem sehr ans Herz legen kann. Besonderer Dank dafür, dass es so empfehlenswert geworden ist, gebührt natürlich neben dem “professore” der Organisatorin Vida Bokál-Neugebauer.

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A very nice week in Upper Austria has found its end, and I can unpack my swim shorts again… unfortunately they weren’t used as the weather was not good. But there wouldn’t have been time for this anyway as the small group of graphic designers and calligraphers from Austria, Germany, Ireland, Italy, the USA and Estonia were far too busy. So we spent the days with 10 hours daily on Fontlab with the guidance of type designer “professore” Jovica Veljovica and several hours eating at Landgasthof Ranklleiten, where the pub owners wouldn’t let us go to bed hungrily.

However, internet is not yet a success in Pettenbach - neither in the hotel nor in the Type museum Barthaus, where the workshop took place with best apple hardware supplied by the company Fronius.

So the live report couldn’t happen but a week internet-free is quite relaxing anyway. However, the discussions at dinner were about good design, and I was very interested to find that good calligraphy is still alive (and important for type design). The designed typefaces were very different and reached from artistic handwriting over serif and sans serif to display type. The font I made is a sans serif named “Erdapfel” (which means “potatoe” in Austria - I admit I was inspired by the food…) and will be provided here for download in a pre-version. The post-production such as kerning is very time consuming, so I guess I will finish “Erdapfel” on some cool evenings in autumn.

So it was a wonderful week, that’s why I can recommend future workshops for everybody. This great success wouldn’t have been possible without the “professore” and the organisation of Vida Bokál-Neugebauer.