Archive for September, 2006

Darf ich vorstellen: das Interrobang

Dienstag, September 19th, 2006

Wikipedia ist ja immer wieder für eine interessante kurze Pause zwischen der Arbeit genau das Richtige, wenn man mal etwas frische Luft ins Gehirn benötigt. Deshalb möchte ich mal ein wenig bekanntes, aber sicherlich sehr brauchbares Satzzeichen vorstellen, das ich dort entdeckt habe: das Interrobang.

Diese Kombination eines Ruf- und eines Fragezeichens soll als Ersatz für die - meist sehr unschöne - Zeichenkombination “?!” am Ende einer ungläubigen Frage stehen, z.B.:

“Das nennst du ein Auto‽” statt “Das nennst du ein Auto?!”

Da das Interrobang ein junges Zeichen ist (wie wohl auch die Kombination von “!” und “?” jedem Typographen des 19. Jahrhunderts die Grausbirne aufgestellt hätte…), gibt es dies noch nicht in vielen Fonts. Unter Windows findet man es in den “Wingdings”, unter Apple in “Apple Symbols” bzw. bei der Sonderzeichen-Palette.

Übrigends: Mehrere Rufzeichen hintereinander (”!!”, “!!!” oder gar “!!!!”) machen wir trotzdem nicht, auch wenn’s noch so wichtig ist, was wir zu sagen haben…

Netter Versuch…

Montag, September 11th, 2006

“Nächstes Ziel: Österreich” scheint die Devise der DAD Deutscher Adressdienst GmbH zu sein, denn heute kam nebenstehender Brief mit dem einmaligen Angebot, meine Webseiten im “Internet Register Österreich” zu veröffentlichen. Und das ganze zum Preis von nur 958 Euro jährlich - gebunden auf die nächsten drei Jahre.
Die bekannte Abzocke aus Deutschland (dort kostet es “nur” 758 Euro im Jahr) greift jetzt also auf die Alpenrepublik, und die Arbeiterkammer trötet schon in die Warnposaune.

Was jetzt aus dem Blickwinkel des Designers diese Sache so interessant macht, ist die Art, wie die Aufmachung eines Briefes ein entsprechendes Image suggeriert. Und dazu haben wir hier ein Paradebeispiel: Ein billiges, naturfarbenes Kuvert ohne Absender, der Adressant mit einem Nadeldrucker eingedruckt, lässt (auch mich) auf den ersten Blick eine Behörde als Absender vermuten. Der Brief selbst dann dementsprechend gestaltet: einzelne Seite, raues Papier, wie man sie von den alten Einkommenssteuerbescheiden des Finanzamts kennt, eine zierlose österreichische Flagge als Logo, unverschnörkelte Typo in der Times New Roman mit der fetten Aufforderung, die Angaben zu aktualisieren und in beiliegendem Antwortumschlag zurück zu schicken. Das ganze noch ein wenig mit Beschränkungen einer Behörden versehen (”nur bis zu 25 Zeichen pro Begriff”), drunten noch ein wenig Kleingedrucktes mit dem Preis dezent in Kursiv, ein rotes X zum Unterschreiben und ab geht die Post…

Kein Wunder, dass viele obrigkeitsgläubige Unternehmer das so hinnehmen und unterschreiben, denn es scheint ja was “offizielles” zu sein mit dem Aussehen eines Briefs, wie man ihn sich von einer Behörde in Österreich leider auch noch im 21. Jahrhundert erwarten darf.

Zahlen für den Designer… | Figures for the designer…

Mittwoch, September 6th, 2006

Heute war was interessantes in der Post: der “European Design Report - The European Design Industry in Facts and Figures”.
Herausgegeben ist das 36 Seiten Heftchen von Bureau of European Design Associations BEDA in Zusammenarbeit mit Design Austria, die bereits vor zwei Jahren den interessanten Statusbericht “Design in Österreich” veröffentlicht haben (der mir damals bereits interessante Zahlen und Statistiken geboten hat).

Im europaweiten Bericht, der auf Grund der problematischen Vergleichstatistiken noch etwas lückenhaft erscheint, kann man z.B. erfahren, dass…

  • … 410.000 Designer in Europa jährlich einen Umsatz von 35 Milliarden Euro erzeugen.
  • … in der Slowakei 75 % der Designer Männer sind, während es in Großbritannien 61 % und in Portugal nur 51 % sind.
  • … in Island die Anzahl der Designfirmen innerhalb von 5 Jahren um 20 % gestiegen ist - jetzt sind es gezählte 18.
  • … in Frankreich mehr als 50 % der Designfirmen ausländische Kunden haben.
  • … das jährliche Einkommen eines Kroatischen oder Polnischen Designers nur EUR 9.500 beträgt, während es in Italien EUR 60.000 ist.
  • … in Schweden die Anzahl der Designfirmen innerhalb von 10 Jahren um 272 % gestiegen ist, während die Anzahl der Studenten im Designbereich sogar um 330 % anstieg.

Wer noch mehr Zahlen haben will: das (englischsprachige) Heftchen ist zum Preis von EUR 15,- + Steuer bei Design Austria erhältlich.

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Today there was something interesting in the mail: the “European Design Report - The European Design Industry in Facts and Figures”.
This 36 pages booklet is published by the Bureau of European Design Associations BEDA in cooperation with Design Austria, who already published an interesting fact booklet “Design in Austria” two years ago.

In the european wide report - which sometime seems to lack some common statistics in the comparisons - you can find out that e.g….

  • … 410.000 designers in Europe generate an annual turnover of 35 billion Euros.
  • … in Slovakia 75 % of designers are men, while in the United Kingsdom these are just 61 % and in Portugal only 51 %.
  • … in Island the amount of design studions increased by 20 % in five years - now there are counting 18.
  • … in France more than 50 % of design companies have overseas customers.
  • … the yearly income of an croatian or polnish designer is only EUR 9.500, while in Italy it is EUR 60.000.
  • … in Sweden the amount of design studios increased by 272 % in 10 years. The amount of students in design areas even increased by 330 % in this period of time.

For those who want even more figures: the booklet can be ordered for EUR 15,- plus taxes from Design Austria.

Gepflegte Konversation lauschen… | Listening to good conversation…

Sonntag, September 3rd, 2006

Ziemlich viel zu tun derzeit, verbunden mit langen Autofahrten zu Besprechungen und Terminen. Gut ist dabei natürlich ein ipod, noch besser - für den Designer - sind auf selbigem die MP3s von typeradio.

Die holländischen Grafiker Donald Beekman und Liza Enebeis sprechen dabei (in Englisch) in gemütlicher Atmosphäre mit bekannten Designern und Typografen wie Stefan Sagmeister, Matthew Carter oder Erik Spiekermann über Design, Schrift, Arbeit, Freizeit, Geistergeschichten und noch vieles mehr. Seit 2004 sind da auf Initiative der Typefoundry Underware (von denen z.B. die coole “Sauna” stammt) schon 200 Episoden zusammengekommen, was genug für mehr als eine Woche Autofahrt ist…

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Lot of work to be done at the moment, including long motorway drives to appointments and meetings. Good to have an ipod for this, even better - for the designer - are MP3s from typeradio on it.

The Dutch graphic designer Donald Beekman and Liza Enebeis talk with well known designer and typographs like Stefan Sagmeister, Matthew Carter or Erik Spiekermann about design, type, work, off-work, ghost stories and much more in an relaxed atmosphere. This initiative by the typefoundry Underware (who have e.g. the cool “Sauna” font) has developed to 200 episodes since 2004, which is enough for more than a week of motorway driving…