Netter Versuch…
“Nächstes Ziel: Österreich” scheint die Devise der DAD Deutscher Adressdienst GmbH zu sein, denn heute kam nebenstehender Brief mit dem einmaligen Angebot, meine Webseiten im “Internet Register Österreich” zu veröffentlichen. Und das ganze zum Preis von nur 958 Euro jährlich - gebunden auf die nächsten drei Jahre.
Die bekannte Abzocke aus Deutschland (dort kostet es “nur” 758 Euro im Jahr) greift jetzt also auf die Alpenrepublik, und die Arbeiterkammer trötet schon in die Warnposaune.
Was jetzt aus dem Blickwinkel des Designers diese Sache so interessant macht, ist die Art, wie die Aufmachung eines Briefes ein entsprechendes Image suggeriert. Und dazu haben wir hier ein Paradebeispiel: Ein billiges, naturfarbenes Kuvert ohne Absender, der Adressant mit einem Nadeldrucker eingedruckt, lässt (auch mich) auf den ersten Blick eine Behörde als Absender vermuten. Der Brief selbst dann dementsprechend gestaltet: einzelne Seite, raues Papier, wie man sie von den alten Einkommenssteuerbescheiden des Finanzamts kennt, eine zierlose österreichische Flagge als Logo, unverschnörkelte Typo in der Times New Roman mit der fetten Aufforderung, die Angaben zu aktualisieren und in beiliegendem Antwortumschlag zurück zu schicken. Das ganze noch ein wenig mit Beschränkungen einer Behörden versehen (”nur bis zu 25 Zeichen pro Begriff”), drunten noch ein wenig Kleingedrucktes mit dem Preis dezent in Kursiv, ein rotes X zum Unterschreiben und ab geht die Post…
Kein Wunder, dass viele obrigkeitsgläubige Unternehmer das so hinnehmen und unterschreiben, denn es scheint ja was “offizielles” zu sein mit dem Aussehen eines Briefs, wie man ihn sich von einer Behörde in Österreich leider auch noch im 21. Jahrhundert erwarten darf.