Archive for Februar, 2007

Die Droge der Kindheit: Schokolade

Mittwoch, Februar 7th, 2007

Was haben Zigaretten, Alkohol und Schokolade gemeinsam? Für alle drei scheint die Werbesonne düster. Jetzt hat sich zu den bekannten “erwachsenen” Alltagsdrogen Nikotin und Alkohol eben jene hinterlistige Droge dazugeschlichen, die Eltern ihren Kindern mit voller Absicht beschaffen. Schliesslich war das schon seit Jahrzehnten die beste Methode, um Kinder ruhig zu stellen oder zu belohnen. Bei mir hat das zumindest immer funktioniert :-)

Da es manche Erwachsene mit dem Belohnen etwas gut meinen (das kann jedermann/frau im Supermarkt sehr gut beobachten), nehmen die Gewichtsprobleme nun á la USA bei den Kids bedrohlich zu. Der unkritische Konsument wurde da wohl auch lange durch Markennamen, die auf “kindergerechte” Süssigkeiten mit viel Milch (und noch mehr Zucker) hinweisen, getäuscht. Damit ist jetzt also Schluss, Masterfoods, Kraft, Nestle und Coca Cola werden zukünftig nicht mehr direkt an Kinder werben (was meines Wissens nach in der EU aber eh schon verboten war).

Meiner Ansicht nach der einzig richtige und vorausschauende Schritt der Konzerne, denn es wäre ja nur eine Frage der Zeit, bis die schon seit langem bewiesenen Fakten der ungesunden Ernährung durch Süssigkeiten auch (kostspielige) Folge für die Hersteller hätte. Also lieber selbst was tun, als dann der Böse zu sein. Vergleiche dazu: McDonald’s und Super size me.

Diese Selbstregulierung mag den Konzernen nun wohl ein eitles schulterklopfendes Lächeln für die Kameras bescheren, doch vielleicht ist das Erwachen später mal doch viel böser als jetzt gedacht. Spätestens wenn den Konsumenten dann durch entsprechende Kennzeichnung auf den Verpackungen bewusst wird, was sie da eigentlich bisher gegessen haben…

Der Wert von Design

Freitag, Februar 2nd, 2007

Eines der Hauptprobleme, die Designer in Österreich (und wohl auch ausserhalb) zu bewältigen haben, ist die fehlende Wertschätzung von gutem Design. Der Designprozess ist wie so viele Dienstleistungen ein abstrakter Schaffungsprozess, der vom Kunden meist nicht verstanden wird. Wieviele Stunden Arbeit hinter einem Logo oder einem Layout stehen, weiß er nicht. In seinen Augen kommen dem Designer Ideen eben “wie im Flug”, das “kann doch nicht so teuer sein”. Deshalb kennt auch jeder Grafiker das Problem, seine Dienstleistung und Arbeit entsprechend wertvoll zu verkaufen.

Bei der vergangenen “default”-Tagung in Wien ging es am Abend gerade um dieses Thema. Ein paar Erkenntnisse daraus:
Die Qualität von Grafikdesign in Österreich ist durchaus mit anderen Ländern vergleichbar hoch, überall wird nur mit Wasser gekocht - manche kochen eben besser, manche schlechter. In anderen Ländern (wie den Niederlanden und Großbritannien) besteht jedoch offensichtlich eine wesentlich größere Bereitschaft der Wirtschaft, in gutes Design zu investieren.

Was können wir also tun? Eine motivierende Rede von Clemens Schedler und die anschliessende Podiumsdiskussion appelierte an uns alle, unsere Kunden mehr “zu erziehen”, ihnen die Bedeutung von strategischem und durchdachtem Design und auch die Prinzipien von Werknutzungsentgelt näher zu bringen. Das würde eine höhere Wertschätzung für gute Qualität verursachen.

Dem kann ich nur zustimmen, doch wird dies ein langer und mühsamer Weg werden, den eigentlich die Interessensverbände (wie die Wirtschaftskammer) vorgehen müssten. Leider konzentrieren diese sich jedoch bei ihrer Imagepositionierung viel zu sehr auf das “schmutzige” Geschäft der Werbung. Und so bleibt “Design” auch hier das “Ding”, das eben dazu kommt, das aber in deren Augen austauschbar und weniger geschätzt ist. Beim Kunden tragen sicherlich auch negative Erfahrung mit “Amateurgrafikern” und Wannabe-Satzstudios das übrige dazu bei. Und jene Kunden, die wissen, wie wichtig Design für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung ist, sind leider rar.

Das ist sehr schade, denn die Wirtschaft würde durch mehr Sorgfalt in der Auswahl ihrer Designstudios wesentlich profitieren. In Großbritannien beweist z.B. das Design Council nicht nur diese wirtschaftlich gewinnbringende Komponente, sondern kommuniziert dadurch auch imagefördernde Qualität (was man sich in Österreich eigentlich auch von Berufsverbänden wie Design Austria wünschen würde!). Das sollte Unternehmen viel mehr ans Herz gelegt werden.

Und den Kollegen kann mehr Selbstbewusstsein ans Herz gelegt werden. Interessante Ratschläge und Gedankenanregungen finden sich dazu z.B. in diesem PDF mit “Tipps an Freunde und Kollegen” von Clemens Schedler. Wir müssen alle mehr zusammen halten!

Nicht vergessen: Strom ab!

Donnerstag, Februar 1st, 2007

Wir Designer sehen uns ja lieber als kritische Vordenker im Gegensatz zu den obrigkeitshörigen “Schafen”. Ab und zu ist es jedoch sinnvoll, eine Aktion zu unterstützen, so wie jene heute abend:

Die fünf “Schweigeminuten”
Verschiedene Naturschutzorganisationen unterstützt diese Aktion. Machen auch Sie mit und setzen Sie ein Zeichen für den Klimaschutz. Verzichten Sie auf Strom, der nicht lebensnotwendig ist.

Am Donnerstag, den 1. Februar 2007, von 19:55 bis 20:00 Uhr

Nehmen Sie an der weltweit größten Bewegung gegen den Klimawandel teil! Fünf Minuten, die zeigen sollen, dass Klimaschutz ein zentrales Zukunftsthema der Weltpolitik sein sollte.

Warum am 1. Februar? Weil am 2. Februar 2007 die Vereinten Nationen die neuesten Forschungsergebnisse zum Thema Klimawandel veröffentlichen.

Deshalb heute für alle Überstundenmacher und Fernseher: Strom ab!