Ein Markenschutz auf Magenta?

Magenta (oder landläufig in Österreich fälschlicherweise oft “Pink” genannt) ist ja nicht jedermanns Sache. In 90% der Fällen ist es auch die falsche Farbe. So tolle Kampagnen wie die Magenta-Mäuse der direktanlage.at sind da eine erfrischende Ausnahme (besonders im grau-blauen Bankenumfeld).
Magenta ist jedoch auch eine der Grundfarben im Druck neben Gelb, Cyan und Schwarz. Also gibt es kein vierfärbiges Druckwerk auf dieser Welt, das ohne Magenta auskommt.
Offensichtlich durch Erfolge von Marken wie Milka oder Palmers, die jeweils ihre Corporate-Farbe markenrechtlich schützen konnten, versucht auch die Deutsche Telekom dies mit Magenta. Das machen sie schon recht lange, wie man an dem erschreckend seltsamen und haarsträubenden Beispiel aus dem Jahr 2001 sehen kann. Nun versucht sie es in den Niederlanden gleich nochmal.
Wie ein riesiges, allesfressendes Geschwür versucht hier wieder ein Großkonzern seine Macht für Spielereien zu nutzen und das öffentliche Rechtsverständnis auf den Kopf zu stellen.

Der ausgewanderte Österreicher Stefan Sagmeister bringt jedes Kommentar dazu gekonnt auf den Punkt: “Die kleinen Corporate-Idioten können Farben für sich beanspruchen wie sie mögen, sie werden sie nie wirklich besitzen.” Amen.

Gefunden bei fontblog

One Response to “Ein Markenschutz auf Magenta?”

  1. sofastar Says:

    In der Dezemberausgabe der brandeins gibt es einen Artikel über den Fetisch eines jeden (Heim)Werkers: die Hilti. Und da steht:

    Mit einer Farbe, die markenrechtlich geschützt ist: RAL 3020.
    [Quelle: RAMGE, Thomas: Ratatazong! In: brandeins. 9. Jahrgang, Heft 12, Dezember 2007. S.28]

    Hier der Artikel im Volltext online: brandeins: ratatazong

    Bei Magenta handelt es sich ja um eine Grundfarbe, die zu schützen wird wohl schwer möglich sein. Aber anscheinend kann man sich einfach irgendeine andere Farbe zurechtbasteln, und die dann markenrechtlich schützen lassen…

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