Meine Tipps an Praktikum- und Jobsuchende

Wir sind bei designation ja zwar recht klein, aber trotzdem kommt jedes Jahr eine ganze Reihe von Bewerbungen für Jobs und Praktikumsstellen. Das ist an und für sich sehr erfreulich, weil es zeigt, dass teilweise sehr gute Leute gerne bei uns mitarbeiten möchten. Wir werden deshalb heuer auch eine Praktikantin oder einen Praktikanten aufnahmen. Andererseits stellen sich mir manchmal die Nackenhaare hoch, wenn ich so durchlese, was da kommt…

Deshalb nachfolgend einige Tipps, was aus meiner Sicht bei manchen Bewerbungsschreiben verbessert werden könnte, damit der erste Eindruck der beste wird:

  • Unglaublich, aber wahr: Es gibt noch immer Bewerbungen an Designstudios, die lieblos in Word mit Times oder Arial runterge*piep* sind. Wirklich kein guter erster Eindruck für einen Grafik-Designer.
  • Wer auch immer den zahlreichen Schulabgängern eingeredet hat, Webdesign sei die Zukunft gegenüber Printdesign, der hat unrecht. Was dabei herauskommt sind Technikfreaks, die von Ästethik keine Ahnung haben - noch nicht mal in ihren Webdesigns. Und ein wenig Know-How im Printbereich schadet nie!
  • Berufsanfänger: Es ist mir klar, dass während bzw. kurz nach der Ausbildung noch kaum Referenzen zusammen kommen. Deshalb bekomme ich dutzende Arbeitsbeispiele in Form von Websites für den örtlichen VW-Tuning-Club oder CD-Coverentwürfe für die Band, bei der der/die junge Grafiker/in das Schlagzeug über hat. Das mag ja alles schön und gut sein, nur im Berufsleben wird es solche Aufträge wohl nur bei den wenigsten Studios geben. Vielmehr ist es gefragt, gerade jene Sachen zu gestalten, bei denen man sich in ein unbekanntes Terrain begibt, bei denen man den Kunden erst verstehen lernen muss.
    Also weg mit den persönlichen Websites aus der Referenzliste, die eh nur aufs Privatleben Rückschlüsse ziehen lassen, und bei Mangel an interessanten Arbeitsbeispielen besser mal einen Nachmittag damit verbringen, sich über unbekannte Branchen den Kopf zu zerbrechen: Wie würde “mein” Logo-Vorschlag für diese und jene Firma aussehen? Wie könnte ich ein Inserat für Pensionsvorsorge gestalten? Wie würde ich für meinen Zahnarzt ein Corporate Design entwickeln? Ein gezielter Seitenblick auf die Kundenliste der Agentur hilft dabei und zeigt, dass sich der Bewerber mit der Agentur beschäftigt hat. Bei aller Liebe zur Selbstverwirklichung darf man den Nutzen für den potentiellen Arbeitgeber nicht vergessen.
  • Ein Tipp quer durch alle Branchen: Der Brief muss persönlich adressiert sein. Und wenn man den Empfänger nicht namentlich kennt, ruft man an. Dann kann man übrigens auch erfragen, ob derzeit eine Bewerbung überhaupt sinnvoll ist. Erspart Kosten.
  • Meine persönliche Ansicht ist, dass die Benotung im Zeugnis nicht im Vordergrund steht. Da gibt’s sicher Personalchefs und Geschäftsführer, die das anders sehen, aber interessanter finde ich eine kreative Bewerbung, die liebevoll gemacht ist und auch Qualifikationen und Können jenseits der Ausbildung zeigen. Ein Schuss Selbstironie schadet ausserdem gerade in der Werbebranche nie…
  • Jene Kunstledermappen mit gotischer Schrift “Bewerbung” sind übrigens für hauptberufliche Schlipsträger wie den Herrn auf dem Foto oben gedacht - nicht für Menschen in einem Designberuf…
  • Bei der Bewerbung um ein Praktikum nicht vergessen anzugeben, in welchem Zeitraum man verfügbar wäre.
  • Ob gedruckte Bewerbung oder per E-Mail wird im 21. Jahrhundert wohl nicht mehr so die Rolle spielen, eine 10-MByte-Datei im Maileingang wird jedoch jeden verärgern.

Weitere Anregungen willkommen!

2 Responses to “Meine Tipps an Praktikum- und Jobsuchende”

  1. stefan2904 Says:

    Danke für die Tipps!
    Bin zwar kein Designer und einiges war mir auch selbstverständlich, aber trotzdem nützlich. ;-)

  2. Anita Says:

    Natürlich spielt nicht nur die Optik eine wichtige Rolle, sondern auch der Inhalt! Nichts macht einen schlechteren Eindruck als lieblose Floskeln wie “anbei bewerbe ich mich um eine Stelle…. würde mich freuen in Ihrem Unternehmen zu arbeiten…. Hochachtungsvoll…. blablablablabla”. Kreativität und aktive Formulierungen sind hier gefragt!

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