EUROpherie oder EUROidiotie?

Jetzt hat das Jahr 2008 gerade erst zwei Wochen, und ich hab schon genug vom Thema des Jahres: der EURO-Fußballmeisterschaft. Das Thema hat in Kärnten sowieso einen negativen Beigeschmack, weil bisher konnte der Nutzen für unser Land (ausgenommen einiger Einzelpersonen bzw. -institutionen) nicht so recht erkannt werden… Dafür häufen sich jetzt schon die ersten Schmutzgeschichten und Kostenexplosionen.

Die Werbung stürzt sich natürlich mit Begeisterung darauf, denn dieses Ereignis reicht über die üblichen Valentinstags-, Oster-, Schulbeginns-, Nikolo- und Weihnachtszeiträume als “Aufhänger” hinaus. So findet sich auf den unglaublichsten und unpassendsten Produkten nun bereits ein Fußball - hier in Kärnten wurde sogar ein politisches Tanzereignis damit behaftet.

Doch kann dies auch alles nach hinten losgehen? Werden jene Wirte, die fußballfreie Zonen wie zur WM in Deutschland einrichten, weniger Kosten und mehr Erfolg haben? Werden die Einheimischen nicht eher froh sein, wenn das Spektakel vorbei ist, und (so wie ich) sogar EURO-werbende Firmen boykottieren?

Die Schweizer Post bietet rund ums Direct Marketing sehr guten Content, jetzt auch eine eigene Rubrik EUROpherie. Neben Tipps zu Strategie und Möglichkeiten gibt es dort eine Liste der Risiken:

  • Gewaltszenen: Negativimage durch Krawalle, Hooliganismus, Vandalismus, Gewalt, Demos, Sicherheit?
  • Schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis: Zu hohe Investitionen/Entwicklungskosten, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Aufwand/Ertrag?, Defizit, finanzielles Risiko
  • Info-Overload: Mainstream, Untergang in den Massen, keine Wirkung der Aktivität, Info-Overload beim Konsumenten, übersättigter Markt, Flucht der einheimischen Konsumenten
  • Zu hohe Erwartungen: Geringerer Umsatz als erwartet, Ladenhüter, volle Lager, überschätztes Potential
  • Hohe Kosten: Erhöhte Aufmerksamkeit und Innovationen nur durch kostenintensives Engagement möglich, Firmenpräsentationen sehr teuer, grosse Sponsoren verdrängen Kleine
  • Preiskampf: Schaden durch Billig-Anbieter, Preiskampf, “Aktionitis”
  • Verdrängungskampf: Zu viele Werbende, Überhitzung, zu viele Promos

Dazu möchte ich noch hinzufügen, dass die Kostenrechnung ja oft mit enormen Lizenzgebühren für die Verwendung des Logos bzw. Übertragung der Spiele in Lokalen verbunden sind - sofern der Wirt nicht eh genötigt wird, seine Biermarke gegen das Sponsorbier zu wechseln…

Wir werden ja sehen, wieviel davon dann eintritt. Doch Firmen sollten sich auf jeden Fall mal überlegen, ob es so sinnvoll ist, auf den EURO-Zug aufzuspringen, oder ob nicht genau die Gegentaktik zum Erfolg führen kann.

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