Unsere Verantwortung oder unser Geschäft?
Wer gestern nach dem erfolglosen Fußballmatch (übrigens durch 2,2 Millionen Seher das zweitmeistgesehene Programm aller Zeiten im ORF) noch geistig aufnahmefähig war, konnte in ORF 2 im Kulturmontag einen interessanten Beitrag über die Perversion des Schönheitskults sehen.
Warum sich nette Mädels in fragwürdigen Shows von einem gealterten ex-Top-Model erniedrigen lassen, war mir ja immer schon ein Rätsel. Mittlerweile kann man in Kärnten auch keines der selbsternannten “Lifestyle”-Magazine aufschlagen, ohne dass man genau erklärt bekommt, wie wichtig und sozial akzeptabel eine Schönheits-OP ist (akzeptabel ist ja heutzutage alles, was den Schmierblättern Geld bringt). Und in Ami-Land ist das natürlich noch viel bunter und größer, wo Schönheits-OP-Fernsehshows bis zu 500.000 Bewerbungen von potentiellen Kandidatinnen bekommen. Kein Wunder, sie haben schlechte Vorbilder: Die meisten Schauspielerinnen aus den USA sehen mittlerweile aus wie untote Statisten aus “Fluch der Karibik”. Eine gute Darstellung des Problems ist auch in einer Folge der Simpsons zu finden, wo Lisa in einem Geschäft für Teenagermode nur Kleider in der Größe “Size 0 and below” bekommt…
Schönheitskult gab es bereits in der Antik und wird es auch immer geben, jedoch wurde in Hinblick auf den “ungesunden” Anstieg in der Sendung die berechtigte Frage gestellt: Sind wir äußerlich so reich oder innerlich so arm, dass wir das brauchen?
Leider haben diese “ungesunden” Gestalten in der Werbung schon lange ihren Platz gefunden. Deshalb denke ich, dass es gerade wir Medienproduzenten sind, die die Gesellschaft positiv verändern können. Indem wir z.B. keine Models für Jobs beschäftigen, die einen Body-Mass-Index von unter “18″ haben. Na gut: “17.5″. Sonst bekommt man ja heutzutage gar keine Models mehr…
Juni 17th, 2008 at 4:41 pm
Hallo Jü!
Bin grundsätzlich ganz deiner Meinung. Interessant wäre, den deiner Meinung nach höchstzulässigen BMI für ein (nicht gerade für Dove oä werbendes) Modell zu erfahren… denn ein BMI um die 18, uiii, das ist schon auch sauknapp bemessen.
Falls es dich interessiert: Hab mich aus Jux und Tollerei dem Thema mal aus etwas anderer Sicht genähert - und eine Menge Diskussionen damit ausgelöst. Nachzulesen unter: http://www.neon.de/kat/wissen/koerper/162627.html
Juni 18th, 2008 at 7:41 am
Ein toller Beitrag bei Neon, Johanna! Wusste gar nicht, dass du Neon-Leserin bist ;-)
Also den BMI von semiprofessionellen Models kann man sich ganz einfach mal ausrechnen: Tust du gehen auf http://www.model-kartei.de, da schreiben die meisten Gewicht + Körpergröße (ich würd bei Gewicht 2 kg dazuzählen, bei Körpergröße 1 cm abziehen für die “echten” Werte *g*). Auf https://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/info/interaktives/bmi.htm gibt es dann einen Rechner.
Zum Glück sind hier nur wenige unter 18…