Selten bekommt eine unbedeutende Kleinstadt solch einen Werbewert auf dem goldenen Tablett serviert wie derzeit Klagenfurt: Brüno, das Alter-Ego von “Borat” Sacha Baron Cohen, hat ausgerechnet die kleine Stadt am Wörthersee als seine Geburtsstadt ausgesucht und tut dies auf der ganzen Welt in TV-Interviews und auch auf seiner Myspace-Seite kund.
Jeder hier fragt sich natürlich, warum Brüno ausgerechnet aus Kärnten kommt. Die Gründe dazu herauszufinden bleibt jedem selbst überlassen, Ansätze gäbe es ja genug… Was jedoch noch mehr verblüfft, ist die Frage, warum Klagenfurt diese (kostenlose) Werbung nicht für sich nutzt. Vielmehr wurde letztes Jahr eine (zumindest für die Wirtschaft und die Brieftaschen der Bürger) überaus enttäuschende Fußball-EM veranstaltet, an deren Folgen Kärnten noch Jahrzehnte zahlen wird. Das überdimensionierte Fußballstadion erweckt trotz über 70 Millionen Euro Kosten nicht mal das Interesse des gebürtigen Klagenfurters Udo Jürgens.
Auf der anderen Seite könnten fiktive Stationen aus Brünos Jugend in Klagenfurt eine Sehenswürdigkeit für Besucher aus der ganzen Welt werden – quasi zum Nulltarif! Doch das offizielle Kärnten bzw. Klagenfurt schweigt zu diesem Thema, bis auf ein paar klare Statements homophober und ewig-gestriger Politiker. Auch die Empörung vom offiziellen Österreich über ihren “sexiest export” ist bisher ausgeblieben…
Es bleibt also abzuwarten, ob zumindest Pörtschach den nunmehr berühmtesten Homosexuellen der Welt für sich vermarkten wird. Hier findet nämlich im September das bereits letztes Jahr sehr erfolgreiche “Pink Lake Festival” statt.
Hi,
etwas alt der Eintrag aber durchaus lesenswert – thx for sharing