Archive for the ‘Colour - Type - Paper’ Category

Ein Markenschutz auf Magenta?

Freitag, Dezember 7th, 2007

Magenta (oder landläufig in Österreich fälschlicherweise oft “Pink” genannt) ist ja nicht jedermanns Sache. In 90% der Fällen ist es auch die falsche Farbe. So tolle Kampagnen wie die Magenta-Mäuse der direktanlage.at sind da eine erfrischende Ausnahme (besonders im grau-blauen Bankenumfeld).
Magenta ist jedoch auch eine der Grundfarben im Druck neben Gelb, Cyan und Schwarz. Also gibt es kein vierfärbiges Druckwerk auf dieser Welt, das ohne Magenta auskommt.
Offensichtlich durch Erfolge von Marken wie Milka oder Palmers, die jeweils ihre Corporate-Farbe markenrechtlich schützen konnten, versucht auch die Deutsche Telekom dies mit Magenta. Das machen sie schon recht lange, wie man an dem erschreckend seltsamen und haarsträubenden Beispiel aus dem Jahr 2001 sehen kann. Nun versucht sie es in den Niederlanden gleich nochmal.
Wie ein riesiges, allesfressendes Geschwür versucht hier wieder ein Großkonzern seine Macht für Spielereien zu nutzen und das öffentliche Rechtsverständnis auf den Kopf zu stellen.

Der ausgewanderte Österreicher Stefan Sagmeister bringt jedes Kommentar dazu gekonnt auf den Punkt: “Die kleinen Corporate-Idioten können Farben für sich beanspruchen wie sie mögen, sie werden sie nie wirklich besitzen.” Amen.

Gefunden bei fontblog

Netter Versuch…

Montag, September 11th, 2006

“Nächstes Ziel: Österreich” scheint die Devise der DAD Deutscher Adressdienst GmbH zu sein, denn heute kam nebenstehender Brief mit dem einmaligen Angebot, meine Webseiten im “Internet Register Österreich” zu veröffentlichen. Und das ganze zum Preis von nur 958 Euro jährlich - gebunden auf die nächsten drei Jahre.
Die bekannte Abzocke aus Deutschland (dort kostet es “nur” 758 Euro im Jahr) greift jetzt also auf die Alpenrepublik, und die Arbeiterkammer trötet schon in die Warnposaune.

Was jetzt aus dem Blickwinkel des Designers diese Sache so interessant macht, ist die Art, wie die Aufmachung eines Briefes ein entsprechendes Image suggeriert. Und dazu haben wir hier ein Paradebeispiel: Ein billiges, naturfarbenes Kuvert ohne Absender, der Adressant mit einem Nadeldrucker eingedruckt, lässt (auch mich) auf den ersten Blick eine Behörde als Absender vermuten. Der Brief selbst dann dementsprechend gestaltet: einzelne Seite, raues Papier, wie man sie von den alten Einkommenssteuerbescheiden des Finanzamts kennt, eine zierlose österreichische Flagge als Logo, unverschnörkelte Typo in der Times New Roman mit der fetten Aufforderung, die Angaben zu aktualisieren und in beiliegendem Antwortumschlag zurück zu schicken. Das ganze noch ein wenig mit Beschränkungen einer Behörden versehen (”nur bis zu 25 Zeichen pro Begriff”), drunten noch ein wenig Kleingedrucktes mit dem Preis dezent in Kursiv, ein rotes X zum Unterschreiben und ab geht die Post…

Kein Wunder, dass viele obrigkeitsgläubige Unternehmer das so hinnehmen und unterschreiben, denn es scheint ja was “offizielles” zu sein mit dem Aussehen eines Briefs, wie man ihn sich von einer Behörde in Österreich leider auch noch im 21. Jahrhundert erwarten darf.

Erdapfel Regular TrueType & PS

Freitag, August 11th, 2006

Meine Schrift Erdapfel Regular ist ab nun - dank freundlicher Unterstützung von Apfel+Z - auch als TrueType für Windows sowie PS für Mac OS 9 kostenlos verfügbar.

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My font Erdapfel Regular is from now on - thanks to friendly help from Apfel+Z - also available for free as TrueType for Windows and PS for Mac OS 9.

Das lange “ſ” und das runde “s”

Mittwoch, August 9th, 2006

Die Frakturschrift erfreut sich momentan ja besonders in Deutschland einer neuen Beliebtheit. Bis nach Österreich hat sich das ja noch nicht durchgesprochen, aber das mag an der unangenehmen Erinnerung liegen, die die Frakturschrift bei vielen hervorruft (obwohl - wie mir gesagt wurde und auch hier nachzulesen ist - die Frakturschrift von den Nationalsozialisten sogar verboten wurde).

Wie dem auch sei, zur richtigen Frakturschrift gehört ein Buchstabe, der heutzutage immer unbekannter wird: das “lange s” - “ſ”. Ich kann mich noch gut an die vielen Kochbücher meiner Oma erinnern, die mich beim Lesen über diesen - dem kleinen “f” oft ähnlichen - Buchstaben stolpern liesen. Dabei kommt der Buchstabe nicht nur im Deutschen vor, sondern auch im Englischen, Französischen, Spanischen und Italienischen.

Nun, da wir neulich in professioneller Runde auch darüber gesprochen haben, hier eine kleine Zusammenfassung über die richtige Verwendung des langen “ſ” (das übrigends durch Kombination mit dem “z” zum heute bekannten “ß” geführt haben soll):

  • Am Wortschluss steht immer das runde “s” (z.B. Haus).
  • Bei Wortzusammensetzungen und am Ende von Vorsilben ebenfalls das runde “s” (z.B. Haus-tür, Dis-harmonie).
  • In den meisten anderen Fällen steht ein langes “ſ” (deshalb: Gaſthaus).
  • Ausnahmen und genauere Erläuterungen dazu hier

Und warum das ganze überhaupt? Nun, wenn schon viele Gasthäuser und Menükarten die Schönheit einer Fraktur zu schätzen wissen, so sollen sie doch bitte auch die Zeichen korrekt verwenden.

Wer machts denn richtig? Z.B. Jägermeiſter

Und wenn man sich nicht damit plagen will? Dann besorgt man sich Ligaturix für Windows bzw. MacFrakturix für den Apple. Die machen das dann von selbst.

Erdapfel Regular

Dienstag, August 8th, 2006

Wie berichtet war ich beim Schriftdesignworkshop in Oberösterreich fleissig und konnte zumindest die Grundzüge der “Erdapfel Regular” (Erdapfel = österr. Kartoffel) fertigstellen. Deshalb möchte ich sie hier zum kostenlosen Download bereitstellen.


Die Schrift wurde für die Verwendung in Logos und Überschriften entworfen, zeigt sich aber auch in kleinen Schriftgrößen als gut verwendbar. Leider wär noch viel zu machen, besonders das Spacing und Kerning lässt noch zu wünschen übrig. Den Black-Schnitt gibts noch nicht zum downloaden, denn dieser ist noch kaum ausgebaut. Aber wer die Regular verwenden möchte, sei dazu herzlich eingeladen, besonders wenn er/sie mir dafür Feedback sendet.

Da dies eine Vorabversion ist, kann ich für etwaige Probleme bei der Verwendung der Schrift keine Haftung übernehmen. Alles also auf eigenes Risiko. Die Schrift ist urheberrechtlich geschützt. Sie darf ausschließlich zu privaten, nicht kommerziellen Zwecken eingesetzt wird. Eine Weitergabe oder Veröffentlichung in digitaler oder gedruckter Form ist nur mit meiner ausdrücklicher Genehmigung gestattet. Die Vorabversion ist “Beerware”, d.h. bei Verwendung muss mir ein 6er-Tragerl Bier zugeschickt werden. Wegen den hohen internationalen Portospesen ist dies nur mehr freiwillig, es reicht nun, in einem fröhlichen Freundeskreis ein Bier auf mein Wohl zu trinken. :-)

UPDATE 11.8.2006: Da meine Vollversion von FontLab noch auf dem Weg ist, gabs bisher nur die OpenType Version. Michael von Apfel+Z war so nett, diese auch als TrueType für Windows sowie PS für Mac OS 9 umzuspeichern. Gibt’s ab nun gezippt als weiteren Download.

Download Erdapfel-Regular (OpenType Mac) v.0.1
Download Erdapfel-Regular (TrueType for PC und Mac) v.0.2
Download Erdapfel-Regular (Mac OS9) v.0.1

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As mentioned before I was busy at the type design workshop in Upper Austria and was able to finish the basics of “Erdapfel Regular”. So I would like to offer it for download here.

The font was designed for use in logos and headlines but is also quite usable in small sizes. Unfortunately there is still a lot of work to be done, especially the spacing and kerning is still bad. The black version is not yet ready to be used but who wants to use the regular version is invited to do so when he/she sends me some feedback.

As this is a pre-version I can’t take responsibility for any problems during the use of this font. All on your own risk. The type is copyright protected. It is only allowed to be used for private, non-commercial use. Any other usage or publication of the type is only possible with my explicit allowance. This pre-version is “beerware” so when you use this type you must send me a six pack of beer. As of the costly postage fees this is only if you really want to spoil me. Otherwise drink a beer with some friends my health. :-)

Download Erdapfel-Regular (OpenType Mac) v.0.1
Download Erdapfel-Regular (TrueType for PC und Mac) v.0.2
Download Erdapfel-Regular (Mac OS9) v.0.1

Digitales Schriftdesign in Pettenbach | Digital typeface design in Pettenbach

Montag, August 7th, 2006

Eine schöne lange Woche in Oberösterreich ist zu Ende, und ich kann die Badehose wieder auspacken… leider ungenutzt, denn das Wetter lud wenig zum Baden ein. Es wäre sowieso keine Zeit geblieben, denn die kleine Gruppe von Grafikern und Kalligrafen aus Österreich, Deutschland, Irland, Italien, den USA und Estland war viel zu beschäftigt dazu. So verbrachten wir die Tage mit täglich 10 Stunden Unterricht in Fontlab durch Schriftdesigner und Professor Jovica Veljovic und anschliessenden Völlereien im Landgasthof Ranklleiten, wo uns Wirtsfamilie Mayr niemals hungrig zu Bett gingen lies.

Leider hat sich das Internet noch nicht so ganz bis nach Pettenbach durchsetzen können, weder ins Hotel noch ins Schriftenmuseum Barthaus, wo der Kurs auf bester Apple-Hardware dank der Unterstützung von der Firma Fronius - allen voran die sympathische Frau Brigitte Strauß - stattgefunden hat. Hier findet sich noch viel vom Geiste der Grafiker Friedrich Neugebauer und Leopold Feichtinger, deren Sammlung hier zu besichtigen ist.

So ist der Live-Bericht leider ausgeblieben, doch eine Woche internetfrei ist ja auch sehr entspannend. Doch wo so viele begeisterte Schriftliebhaber zusammenkommen, drehen sich selbstverständlich auch die Tischgespräche rund um die Welt der guten Gestaltung. Zusammenfassend deshalb ein paar Erkenntnisse, die ich - neben einer fabelhaften Einführung in die Software - gewinnen konnte:

  • Kalligrafie lebt! Und ist auch im 21. Jahrhundert wichtig für gute Schriftgestaltung! Deshalb bald hier ein Posting dazu.
  • Design ist wichtig, aber die korrekte Umsetzung bringt’s erst. Eine mangelhaft ausgebaute Schrift mit schlechtem Spacing und Kerning wird leider noch viel zu oft verkauft.
  • Am Ende zählt nicht die mathematische Korrektheit, sondern die ästhetische Gesamtwirkung (so wie überall im Design).

So unterschiedlich die Hintergründe der Teilnehmer waren, so unterschiedlich waren auch die Ergebnisse. Es reichte von kalligrafischen Schriften über Antiqua und nüchtern Seriflose bis zu auffälligen Displayschriften. Meine erschaffene Schrift ist eine Sans Serif auf den Namen “Erdapfel” (österreichisch für “Kartoffel”, ich gebe zu, ich ließ mich etwas vom Essen inspirieren…), die ich in einer Vorversion in einem späteren Posting hier zum download anbieten möchte. Leider ist eben gerade die “Nacharbeit” wie Kerning eine sehr aufwändige und langwierige Angelegenheit, weshalb ich mir die Fertigstellung der “Erdapfel” wohl noch für ein paar kühle Herbstabende aufbewahren werde.

Alles in allem also eine wunderbare Woche, weshalb ich zukünftige Seminare jedem sehr ans Herz legen kann. Besonderer Dank dafür, dass es so empfehlenswert geworden ist, gebührt natürlich neben dem “professore” der Organisatorin Vida Bokál-Neugebauer.

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A very nice week in Upper Austria has found its end, and I can unpack my swim shorts again… unfortunately they weren’t used as the weather was not good. But there wouldn’t have been time for this anyway as the small group of graphic designers and calligraphers from Austria, Germany, Ireland, Italy, the USA and Estonia were far too busy. So we spent the days with 10 hours daily on Fontlab with the guidance of type designer “professore” Jovica Veljovica and several hours eating at Landgasthof Ranklleiten, where the pub owners wouldn’t let us go to bed hungrily.

However, internet is not yet a success in Pettenbach - neither in the hotel nor in the Type museum Barthaus, where the workshop took place with best apple hardware supplied by the company Fronius.

So the live report couldn’t happen but a week internet-free is quite relaxing anyway. However, the discussions at dinner were about good design, and I was very interested to find that good calligraphy is still alive (and important for type design). The designed typefaces were very different and reached from artistic handwriting over serif and sans serif to display type. The font I made is a sans serif named “Erdapfel” (which means “potatoe” in Austria - I admit I was inspired by the food…) and will be provided here for download in a pre-version. The post-production such as kerning is very time consuming, so I guess I will finish “Erdapfel” on some cool evenings in autumn.

So it was a wonderful week, that’s why I can recommend future workshops for everybody. This great success wouldn’t have been possible without the “professore” and the organisation of Vida Bokál-Neugebauer.

Der Dotterfarbfächer | The Yolk colour guide

Donnerstag, Juni 29th, 2006

Genosse Ed verweist in seinem neuesten Blogeintrag wieder auf eine höchst interessante Anwendung von Blogs im Rahmen von PR-Arbeit: Der Ja! Natürlich Weblog.
Detail am Rande des geschmackigen Blogs: Der Dotterfarbfächer. Nach Pantone, RAL und HKS wohl eine Pflicht für jeden Grafiker und Farbfetischisten! Muss ich mir gleich für den nächsten Einkauf am Markt besorgen…

Companion Ed refers in his newest blog entry to a very interesting application of blogs within the framework of PR: The Ja! Natürlich Weblog. (Ja! Natürlich is a large Austrian trade mark for bio food.)
Also included in the tasteful blog: the yolk colour guide (in German). After Pantone, RAL and HKS the next thing for all graphic designer and colour fetishists! I have to get this for my next shopping at the market…