Archiv für die Kategorie ‘Communication Design’

Sag ja zu “A”

Mittwoch, 03. Juni 2009

081119_madeinaustria.gifAls ich ein Kind war, lief im Fernsehen ja immer die beliebte Sendung “Made in Austria”. Ich Drei-Käse-Hoch staunte dann jedesmal, was alles aus Österreich kommt. Das damals sehr verbreitete Logo war für mich weniger ein Wirtschaftskennzeichen, sondern vielmehr eine Identifikation mit Österreich. Leider sah man es das 1978 eingeführte Herkunftskennzeichen ab 2002 immer weniger, als die Vereinigung “Made in Austria” aufgelöst wurde.

up2009-5-28-37801.gifUmso begrüßenswerter ist es, dass es nun ein neues – und meiner Ansicht nach auch schickes – Logo gibt. Kritik fehlt natürlich auch hier nicht, da nur 50% der Wertschöpfung tatsächlich in Österreich stattfinden müssen, aber als selbst engagierter Österreich-Wertschöpfer musste ich bereits feststellen, dass ein höherer Anteil oft nur schwer erreichbar ist. 

Nähere Details zum neuen Logo konnte ich übrigens noch nicht finden, die Kurzmeldung stammt von hier.

Wahlkampf in Kärnten: eine Abrechnung

Freitag, 27. Februar 2009

Wahlwerbung

Zwei Tage vor dem großen Wahltag – Kärnten wählt den Landtag, die Gemeinderäte sowie Bürgermeister – ist es Zeit, einen kleinen Blick auf die vergangenen Wochen zu werfen. Obwohl so klein ist der Blick gar nicht, denn wohin man blickt, wird man mit Parteiwerbung “zugemüllt”. Österreich ist ja bereits ein Phänomen, was Plakate im Wahlkampf betrifft, und Kärntens Parteien haben da heuer neue Maßstäbe gesetzt: Momentan stehen an manchen Straßen die Parteiplakate im Drei-Meter-Abstand. Das Klagenfurter Kabelfernsehen ist voll mit Beiträgen über den jeweils “besten” Bürgermeisterkandidaten. Sogar im Alternativkino schaltet eine ansonsten nicht sehr an kritischer Kunst interessierte Partei ihre Spots… Doch woher kommt das Geld dafür?

Vor einigen Jahren erkannte ein damals noch blauer Landeshauptmann, dass man auf Steuerkosten auch Parteiwerbung machen kann. Anfangs hat dies seine rote Rivalin noch kritisiert, sehr schnell hat sie es jedoch auch für sich angenommen, und mittlerweile haben die drei Regierungsparteien dieses Prinzip perfektioniert. Das Rezept ist einfach: Man nehme sich eine Botschaft, die niemand weh tut (z.B. “Mehr Bahnfahren!”), verpackt diese in ein Inserat mit dem kleinen Logo der Landesregierung (das jedoch auch der Parteiwahllinie sehr ähnlich sein darf) und einem großen Foto des Politikers und zeige damit, wie sehr die Bevölkerung der jeweiligen Partei am Herzen liegt.

Leider liegen vielmehr die Parteien der Bevölkerung auf der Brieftasche: Die Grünen haben ausgerechnet, dass allein das BZÖ täglich Inserate um 20.000 Euro auf Steuerkosten schaltet. Mitte Februar bedeutete dies bereits 1,2 Millionen Euro Eigenwerbung für BZÖ, die ÖVP war mit knapp einer halben Million Euro bis dahin selbst sehr werbefreundlich. Und die SPÖ nahm sich 300.000 Euro aus öffentlichen Mitteln für Ihre Selbstdarstellung. Da waren die 250.000 Euro für eine sehr umstrittene Imagebroschüre diese Woche, die interessanterweise nur BZÖ-Politiker zeigt, noch gar nicht berücksichtigt. Quasi ein Selbstbedienungsladen auf Kosten der Bevölkerung, die das einfach so hinnimmt. Georg Holzer hat dazu eine aussagestarke Gegenüberstellung gemacht. Wie hoch die Kosten nämlich wirklich sind, bleibt seit Jahren unbekannt: Seit 2005 wurde kein Landesrechnungsabschluss erstellt, die Schulden explodieren. Dafür wurde 2004 noch in unglaublicher BZÖ-SPÖ-Einigkeit eine Erhöhung der Parteienfinanzierung beschlossen. Proporz, Gier und Freunderlwirtschaft ruinieren dieses Land!

Die Kärntner Werbeagenturen, die hier involviert sind, jubeln natürlich laut einem Horizont-Beitrag. No na, finden sie hier ja die Traumbedingungen einer Werbekampagne vor: Ein Kunde, der aus Verzweiflung oder Unwissenheit wirklich jede Werbemaßnahme annimmt, und quasi unbegrenztes Budget. Egal, wer am Sonntag zur stimmenstärksten Partei gewählt wird, wird dies nur wegen der ständigen Penetration mit Wahlwerbung schaffen, nicht wegen kreativen Lösungen. Oder wie heißt es so schön:

“Mit voller Hose ist leicht stinken.”

Der mündige Bürger wird am Sonntag in der Wahlkabine mangels wählbarer Kandidaten daher wohl nur schwer wissen, wen er wählen soll, jedoch sollte er wissen, wen er nicht wählen darf… Diese Situation der Steuergeldverschwendung hat in den letzten Jahren unglaublich zugenommen, die drei Regierungsparteien werden auch immer unverfrorener. Sollten wir daher für die Zukunft noch mehr besorgt sein? Schließlich sagt ein anderes gescheites Sprichwort:

“Der Futtertrog bleibt der gleiche, nur die Schweine wechseln.”

Ich plädiere daher, eine der Kleinparteien zu wählen. Aber bitte nicht jene, die trotz Ausländerhass und “Deutsch-Bewusstsein” in fast jeder Publikation einen Rechtschreibfehler haben…

McCain-Obama auf Kärntnerisch

Donnerstag, 08. Januar 2009

McCanoriDer Wahlkampf um den Sessel des Landeshauptmanns ist in Kärnten derzeit schon im vollen Gange und nimmt bereits einige seltsamen Formen an.

So zeigt sich der Spitzenkandidat der FPÖ jetzt mit einem Schriftzug, der wie eine Mischung aus den Logos von McCain und Obama erscheint. Jetzt muss man als nichtösterreichischer Leser dieses Blogs wissen, dass diese Partei sehr stark dem rechtspopulistischen Lager zuzurechnen ist, weshalb die grafischen Symbole eines schwarzen Politikers (und zwar in der Hautfarbe schwarz, nicht im Parteibuch) hier umso mehr verwundern. Schließlich sind die “Freiheitlichen” alles andere als “ausländerfreundlich” (trotz des ausländisch wirkenden Namens ihres Spitzenkandidaten).

Wahrscheinlich um diesen Widerspruch zwischen “geklauten” Logo eines Nicht-Weißen und ihrer politischen Position zu entkräften, haben die Logo-Jungs die Typo des US-Gegenkandidaten vergewaltigt und machten daraus ein “McCanori”… In Kärnten treffen sich also Republikaner und Demokraten in einer Person! Hallelujah!

P.S.: Dass solche Widersprüche in dieser Partei überhaupt kein Problem sind, bewies schon ihr Bundesvorsitzender, der das bekannte Portrait des kommunistischen Idols Che Guevara einfach für sich adaptierte.

Ärgerliche Werbung

Montag, 21. Juli 2008

In Klagenfurt ärgern sich Autofahrer immer wieder über die Flugzettel – meist einschlägiger Etablissements -, die hinter die Windschutzscheiben gesteckt werden. Die Verantwortlichen im Magistrat zeigen sich dabei recht hilflos und wollen/können/dürfen  wollten sich nicht zu einem harten Durchgreifen entschließen.

Dabei ist diese Verteilung auf öffentlichen Straßen laut StVO sowieso rechtswidrig, wie auch der Fachverband ausführlich erklärt. Werbung, die den Empfänger nervt, bringt sowieso nur einen Umkehreffekt, also können wir auf diese Art der Kommunikation wirklich verzichten. 

Stefan Sagmeister in Wien

Samstag, 05. Juli 2008

Stefan SagmeisterDer wohl bekannteste (lebende) Österreichische Grafiker war gestern Abend im Museumsquartier zu Gast. Thema des Abends: “Things I have learned in my life so far.” Seine Mutti hat er gleich mitgebracht.

Und wie war er?
Hm… Inspirierend, konsequent, mutmachend, offen, querdenkend.
Bitte mehr davon!

Der Petersberg ruft!

Donnerstag, 19. Juni 2008

designation-friesach.jpgLetztes Jahr konnte wir bei designation mit den Friesacher Burghofspielen einen kleinen, aber sehr interessanten Kunden gewinnen. Der Verein blickt auf fast 60 Jahre Laientheater zurück und konnte in der Burgruine des Friesacher Petersbergs bereits für einige bekannte Schauspieler die “ersten Bretter” unter freiem Himmel bieten. Doch wie so viele semiprofessionelle Theatergruppen waren auch hier die Werbemittel eine bunte Collage aus zusammengetragenen Einzelteilen, als wir mit der Neugestaltung beauftragt wurden.

Unsere erste Arbeit im Frühjahr 2007 war deshalb die Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes in einer grafisch prägnanten Gestaltungslinie. Ausserdem haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die Schauspieler, die alle unentgeltlich viele Abende für Proben und Aufführungen opfern, stärker mit dem Stück in Verbindung bringen können.

Herausgekommen ist dabei ein klassisches, reduziertes Design, wie es zum Thema “Kultur” passt, jedoch mit einem schelmischen “Augenzwinkern”, wie es ein Sommertheater mit Komödien notwendig hat. Die Akteure werden jetzt nicht nur als Foto abgebildet (wieder ganz toll von Günter Jagoutz ins Bild gebracht), sie präsentieren vielmehr den Inhalt und nehmen optisch einen Dialog ein.

designation-friesach2.jpgUnd auch heuer verfolgten wir diese neue Linie in der Gestaltung der Werbemittel des neuen Stücks “Lumpazivagabundus” von Johann N. Nestroy. Gestern wurde mit dem Programmheft der letzte Teil geliefert, und es freut mich sehr, dass unser Bestreben nach “frischem Wind” im Design auch wahrgenommen wird. So schreibt die Kärntner Kronen Zeitung heute in ihrer Kulturkritik: “… begleitet wird die Produktion von einem gut gemachten Programmheft…”

Da damit zu rechnen ist, dass die Vorstellungen schon wegen dem in Österreich sehr beliebten Stücks bald ausverkauft sein werden, empfehle ich (auch für Kärntenurlauber) eine rechtzeitige Kartenreservierung.

Junge Helden braucht das Land!

Donnerstag, 24. April 2008

plakat.jpgAuch heuer zeichnet wieder designation für das grafische Design zur Galaveranstaltung Nacht der Jungen Wirtschaft in der Kärntner Wirtschaftskammer verantwortlich. Und heuer haben wir uns etwas besonderes einfallen lassen:
Jungunternehmer sind die unbekannten, stillen Helden der Wirtschaft, denn sie sind mutig und leisten vieles unerkannt. Und das Symbol für anonyme Helden ist die Augenmaske, wie sie seit Zorro bekannt wurde. Deshalb treten heuer die “jungen Helden” aus dem Schatten hervor und zeigen sich.

jw-einladung.jpg
Neben den sehr gelungenen Fotos von Helge Bauer und den Plakaten geschieht dies insbesondere durch die Einladung mit Hochglanzlack, die eine Augenmaske darstellt, und die Website.
Und hier kommt es zu einer spannenden Interaktion mit den Besuchern, denn wer sich mit dieser Augenmaske (oder einer anderen) fotografieren lässt und das Foto hochlädt, nimmt am Gewinnspiel teil. Die Preise können sich wirklich sehen lassen: Neben Gutscheinen zur Fortbildung und Eintrittskarten zur Gala gibt es zwei Reisen zum JCI-Weltkongress in Indien!
Die bereits teilnehmenden Fotos sieht man hier.

EUROpherie oder EUROidiotie?

Dienstag, 15. Januar 2008

Jetzt hat das Jahr 2008 gerade erst zwei Wochen, und ich hab schon genug vom Thema des Jahres: der EURO-Fußballmeisterschaft. Das Thema hat in Kärnten sowieso einen negativen Beigeschmack, weil bisher konnte der Nutzen für unser Land (ausgenommen einiger Einzelpersonen bzw. -institutionen) nicht so recht erkannt werden… Dafür häufen sich jetzt schon die ersten Schmutzgeschichten und Kostenexplosionen.

Die Werbung stürzt sich natürlich mit Begeisterung darauf, denn dieses Ereignis reicht über die üblichen Valentinstags-, Oster-, Schulbeginns-, Nikolo- und Weihnachtszeiträume als “Aufhänger” hinaus. So findet sich auf den unglaublichsten und unpassendsten Produkten nun bereits ein Fußball – hier in Kärnten wurde sogar ein politisches Tanzereignis damit behaftet.

Doch kann dies auch alles nach hinten losgehen? Werden jene Wirte, die fußballfreie Zonen wie zur WM in Deutschland einrichten, weniger Kosten und mehr Erfolg haben? Werden die Einheimischen nicht eher froh sein, wenn das Spektakel vorbei ist, und (so wie ich) sogar EURO-werbende Firmen boykottieren?

Die Schweizer Post bietet rund ums Direct Marketing sehr guten Content, jetzt auch eine eigene Rubrik EUROpherie. Neben Tipps zu Strategie und Möglichkeiten gibt es dort eine Liste der Risiken:

  • Gewaltszenen: Negativimage durch Krawalle, Hooliganismus, Vandalismus, Gewalt, Demos, Sicherheit?
  • Schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis: Zu hohe Investitionen/Entwicklungskosten, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Aufwand/Ertrag?, Defizit, finanzielles Risiko
  • Info-Overload: Mainstream, Untergang in den Massen, keine Wirkung der Aktivität, Info-Overload beim Konsumenten, übersättigter Markt, Flucht der einheimischen Konsumenten
  • Zu hohe Erwartungen: Geringerer Umsatz als erwartet, Ladenhüter, volle Lager, überschätztes Potential
  • Hohe Kosten: Erhöhte Aufmerksamkeit und Innovationen nur durch kostenintensives Engagement möglich, Firmenpräsentationen sehr teuer, grosse Sponsoren verdrängen Kleine
  • Preiskampf: Schaden durch Billig-Anbieter, Preiskampf, “Aktionitis”
  • Verdrängungskampf: Zu viele Werbende, Überhitzung, zu viele Promos

Dazu möchte ich noch hinzufügen, dass die Kostenrechnung ja oft mit enormen Lizenzgebühren für die Verwendung des Logos bzw. Übertragung der Spiele in Lokalen verbunden sind – sofern der Wirt nicht eh genötigt wird, seine Biermarke gegen das Sponsorbier zu wechseln…

Wir werden ja sehen, wieviel davon dann eintritt. Doch Firmen sollten sich auf jeden Fall mal überlegen, ob es so sinnvoll ist, auf den EURO-Zug aufzuspringen, oder ob nicht genau die Gegentaktik zum Erfolg führen kann.

Gott durch Bierdeckel nahe sein…

Montag, 24. Juli 2006

Die Diözese St. Pölten hats ja nicht leicht… zuerst die harte Herrschaft des Kurt K., dann die ungustiösen Vorgänge im Priesterseminar. Alles in allem keine gute PR in den letzten Jahren.

Deshalb geht man jetzt moderne Wege der Werbung, um die “Kunden” wieder zurückzugewinnen, wie der ORF berichtet: gewagte Zitate mahnen zu vorsichtigem Fahren auf Autobahnen (siehe oben), Bibelzitate auf Bierdeckel erreichen die Schafe im Gasthaus, und bald gibts jetzt auch die “SMS von Gott”…

Doch was bringen ein paar fetzige Werbeaktionen, wenn das an Populärität verlorene Produkt nicht geändert wird?

Hundesch***** passiert | Dog-sh** happens

Samstag, 15. Juli 2006

Aus der Großstadt nicht wegzudenken sind sie auch sonst überall, wo man sie nicht haben will: die Hundetrümmerl. Interessanterweise finden gerade Werber und Designer ein großes Interesse an den hündlichen Fäkalien – sowohl die Grafiker als auch Produktdesigner.
Diesmal lud die Stadt Wien deshalb 32 Werbeagenturen zu einem Ideenwettbewerb für Plakate ein. Motivation ist ein stärkeres Bewusstsein bei den Hundehaltern zum Entfernen der Hinterlassenschaften zu erzeugen.
Am Montag fällt die Entscheidung, doch schon vorher kann man sich die kreativen Ergüsse online ansehen. Interessant dabei: alle Beiträge halten sich an die Corporate-Design-Vorgaben der Stadt Wien und sind doch so individuell… gute Anregungen, wie man selbst in einem strengen Rahmen Kreativität ausleben kann!

Not to be missed in any large city, they are also elsewhere where you don’t want them: dog’s muck.
Interesting enough, especially advertisers, graphic and product designer find a great interest in dogs’ excrements.
This time the city of Vienna invited 32 advertising agencies to an idea competition for posters. Motivation was to rise the awareness of the dog owners to remove their left-behinds.
The decision will be made on monday but already now the creative output can be viewed online. Interesting for graphic designers: all submissions had to be made within the corporate design rules of the city of Vienna and still they are so individual… good suggestions how to live out creativity even within a strict framework.