Archive for the ‘Communication Design’ Category

Stefan Sagmeister in Wien

Samstag, Juli 5th, 2008

Stefan SagmeisterDer wohl bekannteste (lebende) Österreichische Grafiker war gestern Abend im Museumsquartier zu Gast. Thema des Abends: “Things I have learned in my life so far.” Seine Mutti hat er gleich mitgebracht.

Und wie war er?
Hm… Inspirierend, konsequent, mutmachend, offen, querdenkend.
Bitte mehr davon!

Der Petersberg ruft!

Donnerstag, Juni 19th, 2008

designation-friesach.jpgLetztes Jahr konnte wir bei designation mit den Friesacher Burghofspielen einen kleinen, aber sehr interessanten Kunden gewinnen. Der Verein blickt auf fast 60 Jahre Laientheater zurück und konnte in der Burgruine des Friesacher Petersbergs bereits für einige bekannte Schauspieler die “ersten Bretter” unter freiem Himmel bieten. Doch wie so viele semiprofessionelle Theatergruppen waren auch hier die Werbemittel eine bunte Collage aus zusammengetragenen Einzelteilen, als wir mit der Neugestaltung beauftragt wurden.

Unsere erste Arbeit im Frühjahr 2007 war deshalb die Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes in einer grafisch prägnanten Gestaltungslinie. Ausserdem haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die Schauspieler, die alle unentgeltlich viele Abende für Proben und Aufführungen opfern, stärker mit dem Stück in Verbindung bringen können.

Herausgekommen ist dabei ein klassisches, reduziertes Design, wie es zum Thema “Kultur” passt, jedoch mit einem schelmischen “Augenzwinkern”, wie es ein Sommertheater mit Komödien notwendig hat. Die Akteure werden jetzt nicht nur als Foto abgebildet (wieder ganz toll von Günter Jagoutz ins Bild gebracht), sie präsentieren vielmehr den Inhalt und nehmen optisch einen Dialog ein.

designation-friesach2.jpgUnd auch heuer verfolgten wir diese neue Linie in der Gestaltung der Werbemittel des neuen Stücks “Lumpazivagabundus” von Johann N. Nestroy. Gestern wurde mit dem Programmheft der letzte Teil geliefert, und es freut mich sehr, dass unser Bestreben nach “frischem Wind” im Design auch wahrgenommen wird. So schreibt die Kärntner Kronen Zeitung heute in ihrer Kulturkritik: “… begleitet wird die Produktion von einem gut gemachten Programmheft…”

Da damit zu rechnen ist, dass die Vorstellungen schon wegen dem in Österreich sehr beliebten Stücks bald ausverkauft sein werden, empfehle ich (auch für Kärntenurlauber) eine rechtzeitige Kartenreservierung.

Junge Helden braucht das Land!

Donnerstag, April 24th, 2008

plakat.jpgAuch heuer zeichnet wieder designation für das grafische Design zur Galaveranstaltung Nacht der Jungen Wirtschaft in der Kärntner Wirtschaftskammer verantwortlich. Und heuer haben wir uns etwas besonderes einfallen lassen:
Jungunternehmer sind die unbekannten, stillen Helden der Wirtschaft, denn sie sind mutig und leisten vieles unerkannt. Und das Symbol für anonyme Helden ist die Augenmaske, wie sie seit Zorro bekannt wurde. Deshalb treten heuer die “jungen Helden” aus dem Schatten hervor und zeigen sich.

jw-einladung.jpg
Neben den sehr gelungenen Fotos von Helge Bauer und den Plakaten geschieht dies insbesondere durch die Einladung mit Hochglanzlack, die eine Augenmaske darstellt, und die Website.
Und hier kommt es zu einer spannenden Interaktion mit den Besuchern, denn wer sich mit dieser Augenmaske (oder einer anderen) fotografieren lässt und das Foto hochlädt, nimmt am Gewinnspiel teil. Die Preise können sich wirklich sehen lassen: Neben Gutscheinen zur Fortbildung und Eintrittskarten zur Gala gibt es zwei Reisen zum JCI-Weltkongress in Indien!
Die bereits teilnehmenden Fotos sieht man hier.

EUROpherie oder EUROidiotie?

Dienstag, Januar 15th, 2008

Jetzt hat das Jahr 2008 gerade erst zwei Wochen, und ich hab schon genug vom Thema des Jahres: der EURO-Fußballmeisterschaft. Das Thema hat in Kärnten sowieso einen negativen Beigeschmack, weil bisher konnte der Nutzen für unser Land (ausgenommen einiger Einzelpersonen bzw. -institutionen) nicht so recht erkannt werden… Dafür häufen sich jetzt schon die ersten Schmutzgeschichten und Kostenexplosionen.

Die Werbung stürzt sich natürlich mit Begeisterung darauf, denn dieses Ereignis reicht über die üblichen Valentinstags-, Oster-, Schulbeginns-, Nikolo- und Weihnachtszeiträume als “Aufhänger” hinaus. So findet sich auf den unglaublichsten und unpassendsten Produkten nun bereits ein Fußball - hier in Kärnten wurde sogar ein politisches Tanzereignis damit behaftet.

Doch kann dies auch alles nach hinten losgehen? Werden jene Wirte, die fußballfreie Zonen wie zur WM in Deutschland einrichten, weniger Kosten und mehr Erfolg haben? Werden die Einheimischen nicht eher froh sein, wenn das Spektakel vorbei ist, und (so wie ich) sogar EURO-werbende Firmen boykottieren?

Die Schweizer Post bietet rund ums Direct Marketing sehr guten Content, jetzt auch eine eigene Rubrik EUROpherie. Neben Tipps zu Strategie und Möglichkeiten gibt es dort eine Liste der Risiken:

  • Gewaltszenen: Negativimage durch Krawalle, Hooliganismus, Vandalismus, Gewalt, Demos, Sicherheit?
  • Schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis: Zu hohe Investitionen/Entwicklungskosten, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Aufwand/Ertrag?, Defizit, finanzielles Risiko
  • Info-Overload: Mainstream, Untergang in den Massen, keine Wirkung der Aktivität, Info-Overload beim Konsumenten, übersättigter Markt, Flucht der einheimischen Konsumenten
  • Zu hohe Erwartungen: Geringerer Umsatz als erwartet, Ladenhüter, volle Lager, überschätztes Potential
  • Hohe Kosten: Erhöhte Aufmerksamkeit und Innovationen nur durch kostenintensives Engagement möglich, Firmenpräsentationen sehr teuer, grosse Sponsoren verdrängen Kleine
  • Preiskampf: Schaden durch Billig-Anbieter, Preiskampf, “Aktionitis”
  • Verdrängungskampf: Zu viele Werbende, Überhitzung, zu viele Promos

Dazu möchte ich noch hinzufügen, dass die Kostenrechnung ja oft mit enormen Lizenzgebühren für die Verwendung des Logos bzw. Übertragung der Spiele in Lokalen verbunden sind - sofern der Wirt nicht eh genötigt wird, seine Biermarke gegen das Sponsorbier zu wechseln…

Wir werden ja sehen, wieviel davon dann eintritt. Doch Firmen sollten sich auf jeden Fall mal überlegen, ob es so sinnvoll ist, auf den EURO-Zug aufzuspringen, oder ob nicht genau die Gegentaktik zum Erfolg führen kann.

Gott durch Bierdeckel nahe sein…

Montag, Juli 24th, 2006

Die Diözese St. Pölten hats ja nicht leicht… zuerst die harte Herrschaft des Kurt K., dann die ungustiösen Vorgänge im Priesterseminar. Alles in allem keine gute PR in den letzten Jahren.

Deshalb geht man jetzt moderne Wege der Werbung, um die “Kunden” wieder zurückzugewinnen, wie der ORF berichtet: gewagte Zitate mahnen zu vorsichtigem Fahren auf Autobahnen (siehe oben), Bibelzitate auf Bierdeckel erreichen die Schafe im Gasthaus, und bald gibts jetzt auch die “SMS von Gott”…

Doch was bringen ein paar fetzige Werbeaktionen, wenn das an Populärität verlorene Produkt nicht geändert wird?

Hundesch***** passiert | Dog-sh** happens

Samstag, Juli 15th, 2006

Aus der Großstadt nicht wegzudenken sind sie auch sonst überall, wo man sie nicht haben will: die Hundetrümmerl. Interessanterweise finden gerade Werber und Designer ein großes Interesse an den hündlichen Fäkalien - sowohl die Grafiker als auch Produktdesigner.
Diesmal lud die Stadt Wien deshalb 32 Werbeagenturen zu einem Ideenwettbewerb für Plakate ein. Motivation ist ein stärkeres Bewusstsein bei den Hundehaltern zum Entfernen der Hinterlassenschaften zu erzeugen.
Am Montag fällt die Entscheidung, doch schon vorher kann man sich die kreativen Ergüsse online ansehen. Interessant dabei: alle Beiträge halten sich an die Corporate-Design-Vorgaben der Stadt Wien und sind doch so individuell… gute Anregungen, wie man selbst in einem strengen Rahmen Kreativität ausleben kann!

Not to be missed in any large city, they are also elsewhere where you don’t want them: dog’s muck.
Interesting enough, especially advertisers, graphic and product designer find a great interest in dogs’ excrements.
This time the city of Vienna invited 32 advertising agencies to an idea competition for posters. Motivation was to rise the awareness of the dog owners to remove their left-behinds.
The decision will be made on monday but already now the creative output can be viewed online. Interesting for graphic designers: all submissions had to be made within the corporate design rules of the city of Vienna and still they are so individual… good suggestions how to live out creativity even within a strict framework.

S** sells… auch Staubsauger! | s** sells… hoovers too!

Montag, Juli 3rd, 2006

Dass eine gute Werbung entweder eine attraktive Frau, ein Kind oder ein Tier enthalten muss, ist alte Werbeweisheit. Zurückzuführen soll das sein auf eine bestätigte Theorie der Lernpsychologie, dass ein Produkt, das in einem emotional erregten Kontext kennengelernt wird, sich besser ins Gedächtnis einprägt. Die billigste Art, dies zu erzeugen, ist neben dem Einsatz von süssen Babies und kleinen Hundewelpen ganz einfach S|e|x (mit der man auch mindt. 50% der Bevölkerung erreicht).

Jetzt ist diese Theorie ja schon alt und - für die meisten Geschmäcker - auch etwas ausgereizt, besonders wenn man als Medium RTL oder die Kronen Zeitung verwendet. Neu ist hingegen, dass auch renommierte Unternehmen auf diese Masche zurückgreifen: Nach reizvollen Blicken auf den - fast immer - weiblichen Körper zur Verkaufsförderung von Joghurts und Fenstern gehts jetzt an die Haushaltselektronik. Das Stichwort ist Hitech-Fetisch, und kommen tut das ganze von Cosmos! Natürlich findet sich auf der offiziellen Website nirgends ein Hinweis auf dieses Angebot mit perfekten - wenn auch nicht jugendfreien - Fotos. Aber wer sich schon immer gefragt hat, wie man im 21. Jahrhundert einen Staubsauger verkauft, bekommt hier einen guten Eindruck - auch für alternative Verwendungen…

Man wird sehen, wohin das führt… So manches Unternehmen hat es vor den Werberat geführt, wie z.B. Hochriegl Sekt, die nach unzähligen Beschwerden ihre Kampagne mit ungehemmten jungen Damen einstellen mussten.
Ist S|e|x in der Werbung der letzte Ausweg bei mangelnder Kreativität und Qualität?

It’s old advertisers knowledge that a good advertisment has to include an attractive woman, a child or an animal. This is based on a proofed psychology theory that a product is better remembered when it is introduced in an emotional context. The cheapest way to reach this is - apart from the use of cute babies and little doggies - s|e|x (and at least 50% of population is going to react on it).

This theory is not new and probably over-used when consuming most media. But its new that established companies also use this way of advertising: After some hot views on - nearly always - the female body for yoghurts and windows it’s now consumer electronics. The name is Hitech-Fetisch, and it comes from Cosmos, an established electronics retail chain in Austria! Of course, you won’t find anything of these perfect - but not suitable for work - photos on their official website. But if you ever wondered how hoovers are going to be sold in the 21st century you will find an answer here - also for alternative uses of them…

We will see where this is leading to… Many companies, like Austrians sparkling wine producer Hochriegl Sekt, had to cancel their campagne.
Is S|e|x in Advertising the last chance by lack of creativity and quality?

Design Bewusstsein | Design awareness

Sonntag, Juni 11th, 2006

Obwohl das Design des “Designblocks” weder beispielhaft für meine Arbeit (noch für Design-Blogs im Allgemeinen) sein sollte, kann ich mich noch nicht recht zu einer tollen Überarbeitung durchringen und poste mal so weiter, auch wenn das sicher alles andere als “designbewusst” ist. Laut Statistik erreichen die meisten Blogs ja keinen zweiten Eintrag, weshalb ich jetzt schon nicht mehr zu den meisten zähle… Ein gutes Gefühl, sich von der Masse abzuheben!
Damit wären wir schon mal beim Thema: sich abzuheben von der Masse. Seltsamerweise erkennen viele Unternehmen nicht das Potential von Design, einen Unterschied am Markt darzustellen oder sogar den Umsatz zu steigern. Besonders hier im südlichen Teil von Österreich stelle ich oft den Mangel des Bewusstseins fest, dass ein gutes Produkt auch gut aussehen muss. Dabei gibt es sehr interessante Studien zur Wirkung von Design, z.B. vom Britischen Design Council, das hier bereits seit Jahren sehr faktenreich den Nutzen darstellt. Auf der neuen Website Value of Design Factfinder findet man deshalb auch interessante Tatsachen, die wohl jedem Marketingleiter wertvolle Argumente dem Controlling gegenüber geben wird.
Ein Beispiel: Bei den untersuchten - designbewussten - Unternehmen konnte im Durchschnitt für jeweils 100 Britische Pfund investiert in Design ein Umsatzplus von 225 Pfund nachgewiesen werden.
Wenn das nicht eine einfache und nachhaltige Methode ist, den Umsatz zu steigern (und in Folge den Gewinn)! Und noch dazu belebt gutes Design u.a. auch das Engagement der Mitarbeiter! Oft fehlt es nur daran, den ersten Schritt zu setzen, damit etwas schöner und auch erfolgreicher wird… genauso wie es nun mit dem Webdesign des “Designblocks” ist…

Although the design of this blog is rather a bad example of my work (or any designer’s work) I can’t quite get myself to do something new at the moment and will stay with this layout. So at this point I’m not quite “design aware”. Following statistics most blogs don’t reach the second post so this makes me different from most of them… a good feeling to stay out of the mass!
And that’s the topic for today: staying out of the mass. Interesting enough, many companies don’t see the potential in using design to make a difference. Especially here in the south of Austria there is a lack of awareness, that good products also have to look good. Even though there are studies showing the effects of using design, e.g. by the British Design Council which has been showing the effects for years. On their new website Value of Design Factfinder there are many interesting facts which will help every marketing executive in finding valuable arguments.
For example: for every £ 100 a - design aware - company spent on design, their turnover increased by £ 225.
Well, seems like an easy and reliable way to increase the turnover (and also the profit)! And good design also enlives the engagement of staff! Often there is only the first step missing to create something better and more successful… and that’s exactly the same with the web design of this “designblock”….