Archive for the ‘Corporate Design’ Category

Erdapfel - ein Update

Montag, Januar 21st, 2008

Vor über einem Jahr stellte ich die Erdapfel, eine Sans-Serif-Schrift, die ich während eines Typedesign-Kurses kreierte, zur kostenlosen Verwendung für private Zwecke ins Netz (Lizenzart “Beerware” - d.h. man trinkt im Freundeskreis ein Bierchen auf mein Wohl).

Seitdem hat sich zwar mein Vorhaben, die Schrift mit weiteren Schnitten zur professionellen Verwendung auszubauen, immer wieder verschoben, aber der Regular-Schnitt wird auch so manchmal bereits für kommerzielle Projekte heruntergeladen. Das ist an und für sich kein größeres Problem, wenn man mich vorher schriftlich um Erlaubnis bittet.

Das tat Tobias Joseph aus Deutschland, der mir nun eine nette E-Mail mit dem Entwurf des Logos für einen Videoproduzenten geschickt hat, das die Erdapfel als Logotype verwendet. Sehr gelungen, finde ich. Was sagt ihr?

P.S.: Einen schönen Überblick über die Typo-Szene in Österreich gibt es übrigends hier, leider mit vielen veralteten Links…

In den Büchern… (1)

Dienstag, Dezember 18th, 2007

Als Design-Anfänger bekommt man ja immer die dicken Bücher in die Hand, die Beispiele aus aller Welt zeigen, sodass man mit offenem Mund und funkelnden Augen einen Einblick bekommt, wie das Erscheinungsbild von Restaurants in Chile, Finanzdienstleistern in Südafrika oder Zuckerbäckern in Ohio ist. Einige der bekanntesten Bücher dazu stammen aus den USA von David E. Carter, der jedes Jahr so zwei bis drei Bücher mit unterschiedlichen Schwerpunkten herausbringt.

Nun ist designation glücklich, gleich in drei Büchern im heurigen Jahr mit mehreren Projekten vorzukommen. Und trotz unserer großen Bescheidenheit (*g*) möchten wir es uns nicht nehmen lassen, diese hier vorzustellen:

Nummer eins heißt Global Corporate Identity 3, erschienen im April 2007 im Verlag Collins Design, das auf 320 Seiten “superlative examples of design used on a multinational level” zeigt. Von uns drin sind ein paar Arbeiten, die in den Jahren 2005 und 2006 erstellt wurden:

  • Mal unser eigenes designation Corporate Design auf einer Doppelseite. (1)
  • Das Corporate Design des Landesjugendreferats Kärnten, ebenfalls auf einer Doppelseite. (2)
  • Das Logo von Applied Informatics, dem Softwareentwickler aus dem Rosental. (3)
  • Fotograf Helge Bauer mit seinem unverwechselbarem Logo. (4)
  • Ein Logo für ein Restaurant, das mittlerweile leider nicht mehr existiert. (5)

Soviel zu ein wenig Eigenwerbung, die auch mal getan werden muss, denn wie Jeff Fisher stets meint: If I don’t “toot!” my own horn, no one else will.

Ein Markenschutz auf Magenta?

Freitag, Dezember 7th, 2007

Magenta (oder landläufig in Österreich fälschlicherweise oft “Pink” genannt) ist ja nicht jedermanns Sache. In 90% der Fällen ist es auch die falsche Farbe. So tolle Kampagnen wie die Magenta-Mäuse der direktanlage.at sind da eine erfrischende Ausnahme (besonders im grau-blauen Bankenumfeld).
Magenta ist jedoch auch eine der Grundfarben im Druck neben Gelb, Cyan und Schwarz. Also gibt es kein vierfärbiges Druckwerk auf dieser Welt, das ohne Magenta auskommt.
Offensichtlich durch Erfolge von Marken wie Milka oder Palmers, die jeweils ihre Corporate-Farbe markenrechtlich schützen konnten, versucht auch die Deutsche Telekom dies mit Magenta. Das machen sie schon recht lange, wie man an dem erschreckend seltsamen und haarsträubenden Beispiel aus dem Jahr 2001 sehen kann. Nun versucht sie es in den Niederlanden gleich nochmal.
Wie ein riesiges, allesfressendes Geschwür versucht hier wieder ein Großkonzern seine Macht für Spielereien zu nutzen und das öffentliche Rechtsverständnis auf den Kopf zu stellen.

Der ausgewanderte Österreicher Stefan Sagmeister bringt jedes Kommentar dazu gekonnt auf den Punkt: “Die kleinen Corporate-Idioten können Farben für sich beanspruchen wie sie mögen, sie werden sie nie wirklich besitzen.” Amen.

Gefunden bei fontblog

Der “Gestaltungskeller” & Logo-Discounter

Donnerstag, Januar 18th, 2007

Genosse Jürgen Siebert hat ja schon vor längerer Zeit mal in den PAGE-Miszellen über die seltsame Erscheinung der “Logo-Discounter” im Web berichtet… Die waren ja für professionelle Gestalter nie sehr ernst zu nehmen, denn jemand, der sich dort ein Logo bestellt um ‘ne Mark fuffzich, hat anscheinend eh weder Verständnis noch das Budget für professionelle Lösungen.

Jetzt kommen aber “Billigmarketingexperten” wie dieser hier auf die Idee, das den Kleinunternehmern als die tolle Werbeidee anzupreisen. Nun, meiner Ansicht nach geben die meisten Kleinunternehmer sowieso viel zu wenig Geld für ihr Marketing aus. Die meisten haben ein größeres Budget für Ihren Firmenwagen als für Werbemassnahmen. Witzigerweise wird der Audi vor der Tür aber nie in Frage gestellt, obwohl der wohl kaum Kunden bringt.

Noch dazu hat es trifftige Gründe, warum diese Logos vom Web so billig sind. Ich fasse mal zusammen:

  1. Sind sie “von der Stange”. So gesehen sind sie sogar recht teuer, weil für eine fertige Clipart und ein Wort dazu sind sogar nur 20 Euro zuviel Geld.
  2. Verfolgen sie weder ein Konzept noch ein Unternehmensbild. Dem “Gestalter” wird es sogar recht egal sein, wer-wie-was das Unternehmen ist.
  3. Ich nehme mal an, die meisten dieser “Gestalter” aus dem Ausland sind engagierte Schüler/Studenten/sonstiges, die weder Einkommenssteuer noch Sozialabgaben leisten.
  4. Weiters stell ich mal in den Raum, dass die meisten dieser “Gestalter” für Ihre Hilfsmittel nicht die entsprechenden Lizenzen zahlen. Sprich: Photoshop und Illustrator aus’n Netz, Schrift wo raubkopiert, schon gehts los… Unser Billigmarketingexperte nennt das “ein anderes Businessmodell als der selbständige Grafiker”. Ich nenn das: Pfusch und Diebstahl.

Eine herrliche Geschichte dazu hat auch Erik Spiekermann auf Lager.

So gesehen kommt das Logo eigentlich recht teuer, denn nach einiger Zeit werden diese Mängel das Logo unbrauchbar machen. Nix mit 10 Jahre halten oder so. Und so betrachtet sind die Tipps von unserem Billigmarketingexperten auch das, was er verkauft: billig.

Marken im Gedächtnis

Dienstag, Oktober 17th, 2006

Da geben die großen Marken Millionen Euro aus, um ihre neuen Logos tief ins Bewusstsein der Konsumenten einzubrennen, dabei nützt es offensichtlich nichts. Das Projekt “Markenzeichen” der österreichischen Gruppe monochrom zeigt dies anschaulich. 25 Personen mussten zwölf Logos aus dem Gedächtnis nachzeichnen. Einige gelangen sehr gut, manche gingen wohl ziemlich am Schuss vorbei (so ist z.B. eines der mutmaßlichen Raiffeisen-Logos fast ein perfektes Volksbank-Logo).

Doch am interessantesten zeigen sich die “Gedächtnisreste” von BP und Eskimo. Diese änderten ja bereits vor einigen Jahren ihr Markenzeichen, die Testpersonen erinnerten sich hier aber zum Großteil an die alten Erscheinungsbilder. Jahrzehntelanges “Einbrennen” in den Kopf lässt sich halt nicht von heute auf morgen rückgängig machen, dies wird wohl auch der Fall sein mit dem neuen Logo von Iglo: Bei diesem - offensichtlich nicht aus dem heurigen Jahr stammenden - Projekt ist zwar noch das alte Logo gefragt gewesen, doch wer von meinen Blogbesuchern könnte aus dem Gedächtnis nun das neue zeichnen?

Der Logo-Sommer 2006

Mittwoch, Juli 19th, 2006

Der Sommer ist ja eine ungewöhnliche Jahreszeit, um neue Marketingaktivitäten zu setzen… Meist sind alle im Urlaub, es fällt nicht richtig auf, das Werbebudget ist auch schon etwas “angenagt”…

Ganz anders haben sich das anscheinend MasterCard und gedacht, denn diese präsentierten vor einigen Wochen ihr neues Logo, das nebenstehend zu betrachten ist.

Sehr interessanter dabei ist einmal mehr der Einsatz von Farbverläufen, Transparenzen und Bitmapgrafiken. Einen Artikel zu diesen Trends hat Gerrit in seinem praegnanzblog verfasst. Er beruft sich dabei auf den Artikel von Bill Gardner, der 15 Logotrends bereits im letzten Jahr zusammengefasst hat (wie übrigends bereits 2004 und 2003).
Jetzt ist dieser Trend deshalb so interessant, weil es gegen alle “Grundregeln” verstösst. Normallerweise ist die Faustregel, wenn ein Logo nicht in Schwarz-Weiss nach 12mal kopieren so wirkt wie geplant, ist es ein schlechtes Logo. Die meisten der neuen Logos würden nicht mal einmal kopieren “überleben”. Aber ist dies überhaupt notwendig in den Zeiten von Web 2.0?

Deshalb bin ich gespannt, wie MasterCard dieses neue Logo wirklich verwenden wird. Derzeit findet es sich jedenfalls noch auf keiner MasterCard-Website wieder, was schon sehr verwundert… Oder hat es vielleicht doch eine ganz andere Bedeutung?

Nächste WM, nächstes Logo… | Next World Cup, next Logo…

Montag, Juli 10th, 2006

Endlich haben wir Nicht-Fußball-Fans die letzten Wochen heil überstanden, da gehts schon auf zum nächsten World Cup: diesmal in Afrika. Und dazu gehört natürlich ein Logo, das letzten Freitag präsentiert wurde.
Die Afrikaner haben anscheinend aus dem Desaster des Deutschland-Logos gelernt und sich immerhin ein Jahr Zeit für den Wettbewerb genommen. Sieger wurde nebenstehender Entwurf von Switch Design.

Sieht ja ganz nett aus, wenngleich hier der “Pokal” der FIFA noch schrecklicher ins Bild tritt als beim Deutschen Logo. Dort hat es sich zwischen den verrückten Smileys besser verstecken können. Ganz toll und “afrikanisch” die Farbgestaltung - Ockergelb, Schwarz, Rot und Grün ergeben eine Form von Afrika, die sowohl Vielfalt als auch Vitalität ausdrückt. Könnte einen frischen Trend im Sportdesign hervorrufen. Nur der Fußball mag nicht so recht dazu passen. Wenn man sich die bisherigen WM-Logos ansieht, wird man feststellen, dass dies übrigends das erste Logo ist, das den Spieler und nicht den Ball in den Mittelgrund stellt.

Finally as we non-soccer-fans have survived the last few weeks, it’s starting with the next world cup: this time in Africa. And of course there is a logo for this which was presented last friday.
Obviously the Africans have learned from the disaster with the Germany-Logo as they took themselves one year for a logo competition. Winner was Switch Design with the logo above.

Looks quite nice although here the “cup” of FIFA is looking even worse than in the German Logo where it could hide better between the crazy smileys. Very good and “african” the usage of colours - ochre yellow, black, red and green are forming the silhouette of Africa and are expressing variety and vitality. Could make a new trend in sports design. Only the football doesn’t seem to fit in. When you look at the past world cup logos, you will see that this is the first one where not the ball is in the center of attention but the player.

Variationen eines Beistrichs | Variations of a comma

Dienstag, Juni 27th, 2006

Linz wird 2009 die Kulturhauptstadt Europas. Was Graz an den Rande des finanziellen Ruins brachte, soll in ein paar Jahren Linz ärmer machen. Dass man dazu ein tolles Logo braucht, ist klar. Das Erscheinungsbild von Graz03 war meiner Meinung nach wohl eines der besten österreichischen Designs der letzten Jahre. Diese hohe Latte gilt es erst mal zu erreichen.
Der erste Schritt wurde vor zwei Wochen mit einem Wettbewerb getan, aus dem obiges Logo als Gewinner hervorging. Blöd nur, dass einige aufmerksame Beobachter eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Logo von Jeunesse Österreich feststellten.
Aber der Skandal bleibt aus: Man sei sich einig, dass das eine ein Notenschlüssel und das andere eine Zahl ist. Friede, Freude, Eierkuchen.
Doch wer Österreich kennt, weiss auch hier: Da kommt noch einiges mehr…

The Austrian city of Linz will be European Capital of Culture in 2009. Already the city of Graz was having a financial desaster and now it’s Linz’s turn. Of course they will need a great logo for that. The design of Graz03 was one of the best Austrian designs of the last years in my opinion. This has be reached again.
The first step was done two weeks ago by choosing a winner from a logo compitition as can be seen above. However, some people found an baffling similarity to the logo of Jeunesse Österreich.
But there won’t be any scandal: The CEOs of the two organisations agreed that one is clef and the other is a number. Happy again.
But for those who know Austria: There will be more coming…

Aus zwei mach drei: Rotes Kreuz/Halbmond/Kristall | 2 to 3: Red Cross/Crescent/Crystal

Freitag, Juni 23rd, 2006

Man würde meinen, gewisse Zeichen und Symbole existieren schon ewig und werden auch weiterhin unverändert bestehen. Ein interessanter Beschluss wurde vor zwei Tagen bei der der 29. Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Konferenz in Genf ohne wesentliche Beachtung der breiten Öffentlichkeit getätigt: zu den bestehenden Symbolen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds kommt ein drittes hinzu - der Rote Kristall (offiziell “Zeichen des dritten Zusatzprotokolls”).
Grund dafür war eine sechsjährige Diskussion, ob die israelische Gesellschaft Magen David Adom mit ihrem Zeichen des roten Davidsterns in der Rotkreuz-Rothalbmond-Bewegung anerkannt werden soll. Die genaueren Details dazu findet man in diesem Wikipedia-Beitrag.

Die Entstehung an sich ist ja schon recht interessant, denn aus diesem einfachen Zeichen könnte - wie beim Kreuz und dem Halbmond - eine neue Symbolik entstehen, der auch die landläufige Bedeutung des Quadrats ändern könnte.
Was ich aber noch bemerkenswerter finde, ist der Grund, warum dieses einfache auf der Spitze stehende Quadrat “Kristall” genannt werden soll:
“Für den umgangssprachlichen Gebrauch wird vom IKRK und der Föderation im Gegensatz zu früheren Vorschlägen wie ‘Rote Raute’ (engl. Red Lozenge) oder ‘Roter Diamant’ (engl. Red Diamond) die Bezeichnung ‘Roter Kristall’ favorisiert, da die Abkürzung RC für dessen englische Übersetzung Red Crystal identisch ist mit den Abkürzungen für Red Cross (Rotes Kreuz) und Red Crescent (Roter Halbmond). Gleiches gilt für die Abkürzung CR der französischen Begriffe Croix Rouge (Rotes Kreuz), Croissant Rouge (Roter Halbmond) und Cristal Rouge (Roter Kristall).”
Gut gemacht.

Someone would think that certain signs and symbols have existed forever and will remain unchanged. An interesting decision has been made two days ago at the 29th international red cross and red crescent conference in Genf without further attention of the general public: joining the two symbols of the red cross and the red crescent is a third one - the red crystal (officially “third protocol emblem”).
Reason for this was a six-year-lasting discussion if Israel’s national society Magen David Adom is to be recognized in the red cross and red crescent movement. Details to this story can be found in this wikipedia article.

The emergence of this symbol is quite interesting for itself, because this symbol could get a new meaning - similar to the cross and the crescent -, and change the symbolic of the quadrat.
What I find even more remarkable is the reason why this symbol is called “crystall”: Instead of calling it ‘Red Lozenge’ or ‘Red Diamond’ the name ‘Red Crystal’ is favorised for everyday use as the abbreviation RC will be ident with Red Cross and Red Crescent. Also in French the abbreviation CR will be the same for Croix Rouge (Red Cross), Croissant Rouge (Red Crescent) und Cristal Rouge (Red Crystal).
Well done.

Der Swoosh!-Effekt | The swoosh!-effect

Mittwoch, Juni 14th, 2006

Ein alter Trend hat vor wenigen Jahren auch Österreich erreicht: die Bekenntnis zum Swoosh.
Ursprünglich im Jahre 1972 von Nike eingeführt, kann auch heute anscheinend kein Grafiker der Strich gewordenen Symbolisierung des Dynamischen widerstehen…
Neben der Spirale zeigt sich der Swoosh als das beliebteste grafische Element in Logos. Die langfristige Qualität dieser Logos ist jedoch sehr fragwürdig.
Wie ich auf dieses alte Thema komme? Nun, ich bin kürzlich auf diesen - ebenfalls nicht gerade aktuelle - Artikel gestossen, der neben einer anschaulichen Darstellung der Kombinationsmöglichkeiten eines der besten Argumente liefert, warum jede Internetfirma einen Swoosh haben sollte:
“Viele Firmen haben dieses… Ding. Aber es bedeutet nicht viel. Für uns repräsentiert es genau, was wir tun…”
Es lebe der Swoosh und die Bedeutungslosigkeit!

An old trend has reached Austria a couple of years ago: the profession of the swoosh.
Once established by Nike in 1972, today hardly any graphic designer can resist the symbolism of dynamics through a pen stroke.
Aside of spirals the swoosh is one of the most favourite graphical elements in logos. However, the longterm quality of these logos is doubtable.
How do I get to this old topic? Well, recently I found this - not quite recent - article which offers aside of a presentation of visual combinations one of the best arguments why every internet company should have a swoosh:
“A lot of companies have this… thing. But it doesn’t mean much. For us, it truly represents what we do. …”
Long live the swoosh and the meaninglessness!