Archive for the ‘Doing Business’ Category

Wie Sie mit Ihrem Designer glücklich werden | How to be happy with your designer

Mittwoch, Juli 19th, 2006

Seth Godin, der Mann mit dem schütteren Haar, ist in deutschsprachigen Ländern wohl hauptsächlich wegen seinen Büchern zu Guerilla und Permission Marketing bekannt. Auf seinem Blog hat er nun eine kleine Liste von 13 Tipps (in Englisch) veröffentlich, die die Zusammenarbeit mit einem Grafiker glücklicher machen.
Die wichtigsten drei Punkte dabei hier übersetzt:

  • Wenn Sie ein mittelmässiges Produkt wollen, sagen Sie das bereits am Anfang. Das spart Zeit und Geld. Wenn Sie ein herausragendes Produkt wollen, müssen Sie damit rechnen, dass es nicht jedem gefällt.
  • Es wird nicht leicht sein, das herausragende Produkt an Ihren Chef zu verkaufen. Sie müssen es beschützen wollen, denn viele kleine Kompromisse führen dazu, dass es erst wieder mittelmässige Arbeit wird.
  • Wenn Sie nichts von Buchhaltung verstehen, werden Sie Ihrem Buchhalter nicht sagen, was er machen soll. Bitte beachten Sie das auch bei Ihrem Grafiker.

Lesen!

Seth Godin, the man with thin hair, is here in Europe mostly known for his books about guerilla and permission markting. On his blog he now published a list of 13 tips about how to establish a happy work cooperation with a graphic designer.
Read it!

Der Kodex K und die Wirklichkeit

Dienstag, Juli 18th, 2006

Heute wars in der Post: der “Kodex K”, das Weißbuch für die Ausschreibung und Vergabe von Kommunikations-Dienstleistungen in Marketing, Werbung und Public Relations auf Grundlage des Bundesvergabegesetztes 2006. Was einen solch langen Namen hat, ist meist eine ernste Sache, und so ist es auch hier. Eine kreative Dienstleistung kann nicht mit einer Bauausschreibung verglichen werden, deshalb wurde das Bundesvergabegesetz den Bedürfnissen angepasst. Was dabei heraus kam, wird kaum ein Normalsterblicher verstehen, deshalb hat die Wirtschaftskammer dieses Büchlein herausgebracht, das man unentgeltlich beim Fachverband Werbung & Marktkommunikation anfordern kann.
Öffentliche Auftraggeber sind ja per Gesetz verpflichtet, sich an das Bundesvergabegesetz zu halten, privaten Auftraggebern kann dieses Büchlein eine gute Orientierungshilfe bei der Ausschreibung und Abwicklung bieten.

Jetzt bin ich in der glücklichen Lage, dass meine Öffentlichen Auftraggeber sich genau an die Gesetzgebung halten, und es daher wohl kaum zu Unstimmigkeiten kommen wird. Leider ist dies nicht immer der Fall, und schwarze Schafe gibt es überall: so wie z.B. in Klagenfurt.

Die Stadt am Wörthersee braucht ein neues Logo. Nachdem ein umstrittenes Einkaufszentrum die Hälfte der Innenstadt zu unbewohntem Ödland gemacht hat, glaubt der neue Stadtmarketing-Chef, ein flottes Logo wird die Leute wieder in die Stadt bringen. Dazu hat er ein Dutzend Agenturen eingeladen, entsprechende Vorschläge zu entwerfen. Jetzt ist zwar Klagenfurt die 6. größte Stadt von Österreich, aber diese Anzahl an geladenen Agenturen verwundert schon sehr. Noch mehr verwundern die Wettbewerbsbedingungen, besonders wenn man sich kurz mit obigem Kodex-K auseinander gesetzt hat:
der Gewinner erhält für sein Logo tutto completo mit Ablösung aller Rechte 1.400 Euro, die Verlierer erhalten nix, auch keine Abschlagszahlung. Dadurch, dass das Stadtmarketing in eine GmbH abgewandelt wurde, ist diese Ausschreibung nicht an das Bundesvergabegesetz gebunden. Soviel zu Theorie und Praxis…

Aber die Bereitschaft der Grafiker verwundert noch mehr. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Agenturen wohl dachten, die 1.400 Euro wären das Abschlagshonorar, denn wer sonst würde da schon mitmachen? Oder gibt es tatsächlich noch Kollegen, die sich von leeren Versprechungen auf angebliche künftige Aufträge blenden lassen?
Leider werden solche Missstände bestehen, solange Werber und Grafiker nicht den Wert ihrer Arbeit schätzen lernen. Die Entwicklung eines präsentierfähigen Entwurfs, für den man sich nicht genieren muss, nimmt wohl mindestens 20 bis 30 Arbeitsstunden in Anspruch. Wenn dann der Kunde diesen Aufwand nicht mal zum Teil bezahlt, muss wer anders die angefallenen Kosten (Personalkosten, Miete, Strom, Material…) tragen. Dies findet sich dann meist versteckt in den Rechnungen an die bestehenden Kunden wieder, was wohl kaum richtig ist, denn diese sind ja bereit, die Leistungen zu bezahlen…

Die Kunst des Drucks

Dienstag, Juli 11th, 2006

Nach viel Kritik in diesem Blog wirds mal Zeit, wieder was positives zu schreiben. Z.B. von dem heutigen Andruck, den ich in der Druckerei Ploetz im schönen Lavanttal hatte (die Website wird hoffentlich mal neu gemacht…).

Am Plan stand ein Heftchen für eine große österreichische Brauerei, das ich in der letzten Woche gestaltet habe. Jetzt würde man natürlich als Aussenstehender hier in der Kärntner Provinz keine Perlen des Druckgewerbes erwarten, tatsächlich kann die gerade vor ein paar Wochen fertig errichtete Druckerei mit einer der modernsten Ausstattung von Heidelberg in Europa aufwarten. Wie so oft in Österreich, sind die Goldstücke also versteckt.

Wenn dann der Bogen in feinster Qualität durch den 80er-Raster-Druck aus der 6-Farb-Maschine mit den mehreren Lackwerken rauskommt (die Druckmaschine allein ist so lange wie ein ganzes Wohnhaus), dann weiss man auch als Grafiker, warum man doch ein paar Extra-Minuten pro Bildbearbeitung investiert hat. Denn am Ende zählt doch nur eines: beste Qualität zu einem fairen Preis.

Briefing für Dummies*

Donnerstag, Juli 6th, 2006

Ein Briefing ist das Anfangsgespräch mit dem Kreativen, in dem die Aufgabenstellung und Ziele erklärt werden.
Doch wozu das Ganze? Nun, ein klares Briefing erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Grafiker, hilft Geld sparen und ermöglicht es oft dem Unternehmer selbst erst, seine Ziele klar zu erkennen. Leider sieht die Realität oft anders aus: Der Auftrag wird nicht genau überdacht, dem Grafiker sagt man ein aufforderndes “Machen Sie mal”… was dabei herauskommt, kennt jeder Werbetreibende nur allzu gut: der präsentierte Entwurf erntet Unzufriedenheit. Die Worte des Kunden sind oft: “Also ich weiss nicht genau, was ich will, aber das ist es nicht.”

Ein gutes Briefing am Anfang ist also die Hausaufgabe, die der Auftraggeber zu machen hat und um die er nicht herumkommt. Und wie man das am besten angeht, erklärt das Buch “So briefen Sie richtig” von Michael Brückner und Ralf Reinert. Selbst als Kreative tätig, erklären sie gut verständlich, worauf es ankommt und wie Fehler am besten vermieden werden können. Schliesslich wollen Sie ja keine Werbeakademie besuchen müssen, um sich dem Grafiker verständlich zu machen.

Das Besten an dem Werk, das auf 96 Seiten einen für die meisten Zwecke völlig ausreichenden Überblick bietet, ist der Preis: Um gerade mal 10 Euro kann mans erwerben. Und das sollte es wohl jedem Auftraggeber wert sein, schliesslich wird so auch das Endprodukt besser und dann klappt’s auch mit dem Grafiker.

*Der Titel dieses Beitrags soll jetzt natürlich keine Beleidigung sein. Doch wer die englischsprachigen Bücher aus der “Dummies”-Serie kennt, der weiss, hier wird bestes Fachwissen auf einfache Art vermittelt. Und genau so soll es auch bei einem Buch über Briefing sein: klare Sprache mit gezielten Tipps ohne dazu ein Fachwörterbuch zu benötigen.

Einladung zum Pitch

Dienstag, Juni 27th, 2006

Ein Klassiker, der mir kürzlich wieder untergekommen ist:
Können Sie auch altweiß? Oder die Kunst einen Pitch durchzuführen.

Ein kurzer Auszug:
“Guten Tag, hier Apostolou. Ich beabsichtige meine Wohnung anstreichen zu lassen. Ich möchte Sie zu einem Pitch einladen. Wann können Sie kommen?”

“Pisch? Sie meinen Kostenvoranschlag!?”

“Nein … Pitch mit t´ ohnes´ in der Mitte. Da streichen Sie vorab kostenlos einen Teil der Wohnung, um Ihre Kompetenz in Sachen Altweiß unter Beweis zu stellen.”

Alltag in der Werbewelt…

The Art of the Start on Video

Samstag, Juni 24th, 2006

Guy Kawasaki, der clevere Venture Capitalist mit eigenem Blog, der der jüngere Bruder von Jackie Chan sein könnte, bietet immer ausführlichen und professionellen Content, für den man woanders viel Geld zahlen müsste.
Sein neuester Eintrag enthält nun ein Video mit 40 Minuten einer Rede (in Englisch) zu seinem Buch “The Art of the Start”. In gewohnt witziger Weise erklärt er seine Grundregeln für Unternehmensgründer und betont dabei auch die Wichtigkeit von Marketing. Das kommt von einem, der’s wissen muss, schliesslich war Guy Kawasaki einer jener, die Apple wieder aus der Grube heraus geholfen haben. Anschaun und nachmachen.

Guy Kawasaki, the clever venture capitalist with his own blog, who might be the younger brother of Jackie Chan, always offers good and professional content which would cost a lot of money elsewhere.
His newest post contains a video of a 40 minute speech to his book “The Art of the Start”. With the usual relaxed way he explains his basic rules for entrepreneurs and also the importance of marketing. This comes from someone who should know it - after all was Guy Kawasaki one of them, who helped Apple rise out of the dirt again. View it and do it.

Von Interessensverbänden und Wettbewerbspräsentationen…

Donnerstag, Juni 22nd, 2006

Mein Interessensverband Design Austria hat endlich mal die miefenden Seiten in den Keller geräumt und sich eine neue und verbesserte Website zugelegt… zu besuchen unter www.designaustria.at.

Übrigends: Allen Unternehmen, die sich für eine Neugestaltung Ihres Logos oder einer Werbelinie eine Wettbewerbspräsentation überlegen, kann ich das Buch Wettbewerbs-Richtlinien sehr ans Herz legen. Es enthält alles zu Kosten und Nutzen von Design-Wettbewerben, den verschiedenen Wettbewerbsarten, Teilnahmebedingungen, Jury, Terminen, Preisen sowie Urheber- und Nutzungsrechten. Besonders “Präsentationen” sind oft ein heikles Thema, was die Honorierung der Leistung betrifft. Der Interessensverband sieht Präsentationen als geladenen Wettbewerb - und so seh ich das auch. Leider erachten viele Kollegen den Wert ihrer Arbeit als zu gering, wodurch die Unart der kostenlosen Präsentation ohne Abschlagshonorar selbst bei großen Unternehmen noch immer gang und gäbe ist.

Im Sinne eines qualitativen Ergebnisses sollten Unternehmen sich daher vorher genau informieren, wenn eine Präsentation oder ein Wettbewerb geplant ist, und ein faires Abschlagshonorar vereinbaren. Ganz nach der alten Weisheit: “Was nichts kostet, ist nichts wert…”

Die guten alten Werte

Donnerstag, Juni 15th, 2006

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, ihm Rahmen einer Wettbewerbsausschreibung mehr über die Firma W.L. Gore zu erfahren, und zwar aus erster Hand. Der Leiter einer der Business Units für Europa berichtete - mit sehr glaubhafter Begeisterung - über den Erfolg des Unternehmens. Der Name Gore sagt wohl jedem was, besonders durch das Gore-Tex-Laminat, das auch meine alten Wanderschuhe schon etliche Jahre dicht hält.
Als einen der wichtigsten Faktoren für den Erfolg sah ebendieser Leiter den fairen Umgang mit Menschen, egal ob Mitarbeiter, Lieferant oder Kunde, kombiniert mit Service und Qualität. Dass seine Chefs das auch so sehen, trägt wohl dazu bei, dass das Unternehmen in unserer heutigen Wirtschaftswelt des Geizes und Preisdumpings trotzdem so gut bestehen kann. Es mag ja nichts ungewöhnliches sein, Kunden über Jahrzehnte halten zu können, doch wer kann schon sagen, dass er mit 80% (!) seiner Lieferanten bereits seit über 10 Jahren erfolgreich zusammenarbeitet?
Eine flache Struktur, individuelle Entscheidungskraft und Verantwortung sowie Mitarbeiterbeteiligung verbunden mit einem hohen Servicebewusstsein gegenüber den Kunden sind Schlagworte, die ich in den letzten Jahren in vielen Büchern gelesen habe. In ähnlicher Form werden sie wohl auch in jedem Unternehmensleitsatz stehen, doch dass sie auch gelebt werden, findet man nicht oft.
Erinnert wurde ich daran bei der Lektüre von Barry J. Gibbons’ “Die wunderbare Welt der Wirtschaft” - ein erfrischendes, komisches und provokantes Buch über eine Wirtschaftswelt, die man sich nur wünschen könnte. Darin zitiert er den CEO eines Markenunternehmens:
“Wir glauben, wenn man ein gutes Produkt und herausragenden Kundenservice bietet, wenn man eine Umgebung schafft, in der die eigenen Leute ihre Arbeit als lohnend und erfüllend und anspornend empfinden, wird sich Wachstum zwangsläufig einstellen.”
Träumen wir nicht alle von dieser Welt, und warum sieht die Realität so anders aus?

Design Bewusstsein | Design awareness

Sonntag, Juni 11th, 2006

Obwohl das Design des “Designblocks” weder beispielhaft für meine Arbeit (noch für Design-Blogs im Allgemeinen) sein sollte, kann ich mich noch nicht recht zu einer tollen Überarbeitung durchringen und poste mal so weiter, auch wenn das sicher alles andere als “designbewusst” ist. Laut Statistik erreichen die meisten Blogs ja keinen zweiten Eintrag, weshalb ich jetzt schon nicht mehr zu den meisten zähle… Ein gutes Gefühl, sich von der Masse abzuheben!
Damit wären wir schon mal beim Thema: sich abzuheben von der Masse. Seltsamerweise erkennen viele Unternehmen nicht das Potential von Design, einen Unterschied am Markt darzustellen oder sogar den Umsatz zu steigern. Besonders hier im südlichen Teil von Österreich stelle ich oft den Mangel des Bewusstseins fest, dass ein gutes Produkt auch gut aussehen muss. Dabei gibt es sehr interessante Studien zur Wirkung von Design, z.B. vom Britischen Design Council, das hier bereits seit Jahren sehr faktenreich den Nutzen darstellt. Auf der neuen Website Value of Design Factfinder findet man deshalb auch interessante Tatsachen, die wohl jedem Marketingleiter wertvolle Argumente dem Controlling gegenüber geben wird.
Ein Beispiel: Bei den untersuchten - designbewussten - Unternehmen konnte im Durchschnitt für jeweils 100 Britische Pfund investiert in Design ein Umsatzplus von 225 Pfund nachgewiesen werden.
Wenn das nicht eine einfache und nachhaltige Methode ist, den Umsatz zu steigern (und in Folge den Gewinn)! Und noch dazu belebt gutes Design u.a. auch das Engagement der Mitarbeiter! Oft fehlt es nur daran, den ersten Schritt zu setzen, damit etwas schöner und auch erfolgreicher wird… genauso wie es nun mit dem Webdesign des “Designblocks” ist…

Although the design of this blog is rather a bad example of my work (or any designer’s work) I can’t quite get myself to do something new at the moment and will stay with this layout. So at this point I’m not quite “design aware”. Following statistics most blogs don’t reach the second post so this makes me different from most of them… a good feeling to stay out of the mass!
And that’s the topic for today: staying out of the mass. Interesting enough, many companies don’t see the potential in using design to make a difference. Especially here in the south of Austria there is a lack of awareness, that good products also have to look good. Even though there are studies showing the effects of using design, e.g. by the British Design Council which has been showing the effects for years. On their new website Value of Design Factfinder there are many interesting facts which will help every marketing executive in finding valuable arguments.
For example: for every £ 100 a - design aware - company spent on design, their turnover increased by £ 225.
Well, seems like an easy and reliable way to increase the turnover (and also the profit)! And good design also enlives the engagement of staff! Often there is only the first step missing to create something better and more successful… and that’s exactly the same with the web design of this “designblock”….