Archive for the ‘Media Design’ Category

Der Petersberg ruft!

Donnerstag, Juni 19th, 2008

designation-friesach.jpgLetztes Jahr konnte wir bei designation mit den Friesacher Burghofspielen einen kleinen, aber sehr interessanten Kunden gewinnen. Der Verein blickt auf fast 60 Jahre Laientheater zurück und konnte in der Burgruine des Friesacher Petersbergs bereits für einige bekannte Schauspieler die “ersten Bretter” unter freiem Himmel bieten. Doch wie so viele semiprofessionelle Theatergruppen waren auch hier die Werbemittel eine bunte Collage aus zusammengetragenen Einzelteilen, als wir mit der Neugestaltung beauftragt wurden.

Unsere erste Arbeit im Frühjahr 2007 war deshalb die Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes in einer grafisch prägnanten Gestaltungslinie. Ausserdem haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die Schauspieler, die alle unentgeltlich viele Abende für Proben und Aufführungen opfern, stärker mit dem Stück in Verbindung bringen können.

Herausgekommen ist dabei ein klassisches, reduziertes Design, wie es zum Thema “Kultur” passt, jedoch mit einem schelmischen “Augenzwinkern”, wie es ein Sommertheater mit Komödien notwendig hat. Die Akteure werden jetzt nicht nur als Foto abgebildet (wieder ganz toll von Günter Jagoutz ins Bild gebracht), sie präsentieren vielmehr den Inhalt und nehmen optisch einen Dialog ein.

designation-friesach2.jpgUnd auch heuer verfolgten wir diese neue Linie in der Gestaltung der Werbemittel des neuen Stücks “Lumpazivagabundus” von Johann N. Nestroy. Gestern wurde mit dem Programmheft der letzte Teil geliefert, und es freut mich sehr, dass unser Bestreben nach “frischem Wind” im Design auch wahrgenommen wird. So schreibt die Kärntner Kronen Zeitung heute in ihrer Kulturkritik: “… begleitet wird die Produktion von einem gut gemachten Programmheft…”

Da damit zu rechnen ist, dass die Vorstellungen schon wegen dem in Österreich sehr beliebten Stücks bald ausverkauft sein werden, empfehle ich (auch für Kärntenurlauber) eine rechtzeitige Kartenreservierung.

“Have you met my website?”

Donnerstag, Mai 15th, 2008

HIMYMEine schnell verändernde Medienwelt: Zuerst kam mal das Web, dann Web 2.0 und heute sprechen viele schon von Web 3.0… Und all dies quetscht sich zwischen den “alten” Medien Zeitung, Radio und Fernsehen, die deshalb trotzdem nicht aussterben. Nein, vielmehr ist es die Herausforderung der Zukunft, wie man alle diese Medien miteinander verbindet.
Wir haben das neulich z.B. bei einem Kunden durch Einbindung von Web 2.0 versucht, mit dem Response können wir bei einem kleinen Markt wie Kärnten wirklich zufrieden sein.

Doch wie machen das die Großen, bei denen Kosten keine Rolle spielt? Ein Paradebeispiel ist meiner Ansicht nach “How I met your mother” - meine derzeitige Lieblings-TV-Serie, die in den USA auf CBS läuft (gibt es auf Pro7 und ORF erst im Sommer zu sehen; wie man trotzdem jetzt schon die aktuellen Folgen bekommt, bleibt der Phantasie jedes Einzelnen überlassen…).
Die Rahmenhandlung der Serie spielt im Jahr 2030, in dem der Hauptakteur Ted Mosby seinen Kindern rückblickend von den Jahren 2005 bis heute erzählt, wie er eben ihre Mutter kennengelernt hat. In den USA läuft es also quasi “in Echtzeit”. Hier wird das Web sehr aktiv in die tatsächliche Handlung eingebaut (sog. “tie-in websites”) - weit über eine “Offizielle Website” hinaus, teilweise von CBS selbst, teilweise von Fans.
Einige Beispiele dazu (Achtung: *Spoiler*):

Es zeigt sich also wiedermal, dass die Zukunft der Medien kein “Entweder-Oder” sein wird, sondern ein “Sowohl-Als auch”.

Was aus dem Zeitschriftenregal: mare

Dienstag, Februar 5th, 2008

Alle zwei Monate passiert es, dass ich mit einem zufriedenen Lächeln zwischen etlichen dutzend Seiten versinke. Und zwar nicht beruflich, sondern privat: Dann kommt die neue Ausgabe von mare mit der Post.
Jetzt sind wir hier in Österreich als Binnenland mitten in den Alpen ja nicht (mehr) besonders verbunden mit dem Meer, doch gerade dies ist das Interessante an dieser “Zeitschrift der Meere”: Sie berichtet zwar über Themen, die mit dem Meer verbunden sind, dabei jedoch nicht über etwas, was man zuerst damit assoziieren würde. Und wie vielfältig dies trotzdem sein kann, zeigt mare nun seit über 10 Jahren… auch einem Alpenjungen wie mir!

Einen Designer freut diese Zeitschrift zudem natürlich umso mehr, da hier alle Komponenten nur in bester Qualität vorkommen: Angefangen von der hervorragenden Themenwahl über eine perfekte Fotoauswahl ohne Kompromisse bis zur Art Direction und dem Layout, das erfreulicherweise noch ohne Verläufe, Schlagschatten oder sonstiger “billiger” Effekte auskommt. Bei der Produktion zeichnet MetaDesign verantwortlich, der Druck erfolgt auf der Rolle in einer selten guten Qualität auf 150g/m2-Papier (!) durch Neef+Stumme.

Beste Voraussetzungen also, sodass dabei ein attraktives Magazin herauskommt, das sich nicht nur auf dem Coffee Table eines rollkragenpulloverbeleibten Architekten gut macht. Eine Zeitschrift, wie ich sie mir auch für die Alpen wünschen würde - fernab von Bergromantik und Kitsch.

Fonts im Web

Dienstag, Januar 16th, 2007

Bei jeder Webdesignentwicklung stellt sich mir die gleiche Frage: Welche Schriften kann/soll/darf ich verwenden?

Faustregel: Microsoft’s Liste von Fonts fürs Web. Doch wenns danach geht, wird die Eintönigkeit des Webs nie enden…

Besser: Mal schnell Manuel Bieh’s Schriftstatistik-Seite aufrufen, dort sammelt ein cleveres Flash-Applet Informationen über die eigenen installierten Schriften, dann kann man sich das ganze als Listeder häufigsten installierten Schriften ansehen. Obwohl’s dort natürlich - zumindest unter den Top 10 - keine Überraschungen gibt…

Gefunden bei praegnanz.de

Ein Mord für Geld

Samstag, Juli 15th, 2006


In der Buchhandlung ist mir jetzt das Krimiheftchen “Die Leiche im Lendkanal” von Roland Zingerle untergekommen, das ich natürlich sofort mitgenommen habe, schliesslich ist der reizende Lendkanal in Klagenfurt grad um die Ecke von meinem Designstudio designation.
Der Krimi entstammt einer neuen Serie namens “Klagenfurter Kneipen-Krimis”, die viermal pro Jahr eine neue Geschichte im Jerry-Cotton-Stil um ‘nen Euro 90 rausbringen will. Ein erfrischender Ansatz in dieser Stadt am Wörthersee, wo Verbrechen ja in der Realität eher im nobleren Umfeld, wie z.B. dem Rathaus, als in Kneipen statt finden.

Jetzt bietet dieses Heftchen, das man nach zwei Stunden locker ausgelesen hat, leider keine kriminalliterarischen Höchstleistungen wie bei einem Veit Heinichen oder einem Henning Mankell, auch das Design ist für einen anspruchsvollen Leser enttäuschend, jedoch bietet der Krimiroman eine innovative Idee: man (oder auch Unternehmen) kann gegen Entgelt (ab hundert Euro) Teil der Handlung werden (der Autor nennt dies “Interfiktion”).

Viele Romanleser - so wie ich - lieben es ja, die Handlungsorte auch wirklich zu besuchen. Gerade London, Rom und Wien bieten hierzu ja herrliche Möglichkeiten, die schon professionell touristisch genutzt werden. Deshalb erachte ich die Verbindung von Wirklichkeit und Fiktion in meinem näheren Umfeld als einen spannenden Ansatz.
Und bei dieser ersten Geschichte haben auch schon etliche Unternehmen diese Möglichkeit der alternativen Werbung in Anspruch genommen, wodurch die Seiten immer wieder fett gedruckte Namen aufweist, was den Bezug zu tatsächlichen Personen und Unternehmen hervorheben soll. So besuchen die Hauptfiguren diverse Geschäfte und Restaurants, wo sie - leider manchmal etwas zu penetrant - auf die Besonderheiten dieser Unternehmen hinweisen. Eine Leseprobe - leider ohne eine “Werbeeinschaltung” - findet sich auch online.

Alles in allem eine gute Idee. Verbesserungsdürftig ist jedoch auf jeden Fall die literarische Qualität und die Feinheit der Handlung (des öfteren wirkt es wie ein Schulaufsatz), aber wahrscheinlich ist hier auch gar kein so hoher Anspruch gewollt.