Wer gestern nach dem erfolglosen Fußballmatch (übrigens durch 2,2 Millionen Seher das zweitmeistgesehene Programm aller Zeiten im ORF) noch geistig aufnahmefähig war, konnte in ORF 2 im Kulturmontag einen interessanten Beitrag über die Perversion des Schönheitskults sehen.
Warum sich nette Mädels in fragwürdigen Shows von einem gealterten ex-Top-Model erniedrigen lassen, war mir ja immer schon ein Rätsel. Mittlerweile kann man in Kärnten auch keines der selbsternannten “Lifestyle”-Magazine aufschlagen, ohne dass man genau erklärt bekommt, wie wichtig und sozial akzeptabel eine Schönheits-OP ist (akzeptabel ist ja heutzutage alles, was den Schmierblättern Geld bringt). Und in Ami-Land ist das natürlich noch viel bunter und größer, wo Schönheits-OP-Fernsehshows bis zu 500.000 Bewerbungen von potentiellen Kandidatinnen bekommen. Kein Wunder, sie haben schlechte Vorbilder: Die meisten Schauspielerinnen aus den USA sehen mittlerweile aus wie untote Statisten aus “Fluch der Karibik”. Eine gute Darstellung des Problems ist auch in einer Folge der Simpsons zu finden, wo Lisa in einem Geschäft für Teenagermode nur Kleider in der Größe “Size 0 and below” bekommt…
Schönheitskult gab es bereits in der Antik und wird es auch immer geben, jedoch wurde in Hinblick auf den “ungesunden” Anstieg in der Sendung die berechtigte Frage gestellt: Sind wir äußerlich so reich oder innerlich so arm, dass wir das brauchen?
Leider haben diese “ungesunden” Gestalten in der Werbung schon lange ihren Platz gefunden. Deshalb denke ich, dass es gerade wir Medienproduzenten sind, die die Gesellschaft positiv verändern können. Indem wir z.B. keine Models für Jobs beschäftigen, die einen Body-Mass-Index von unter “18″ haben. Na gut: “17.5″. Sonst bekommt man ja heutzutage gar keine Models mehr…