04. Oktober 2008
Gestern hieß es wiedermal die Schulbank zu drücken, denn Meinhard Ciresa, seines Zeichen Rechtsanwalt und einer der wenigen Urheberrechtsexperten in Österreich, referierte im Rahmen eines Workshops von design austria über “Design & Recht – Abwicklung und Schutz von Design-Projekten”.
Dass so ein umfangreiches Thema nicht schnell abgehandelt werden kann, war vorhersehbar, deshalb reichten die vier Stunden auch leider nur für die Hälfte der Unterlagen. Fragen aus der Praxis gehen nunmal vor (ansonsten sollte das dazugehörige Buch
eh in jeder Designerbibliothek vorhanden sein), und gerade hier zeigte sich dann die große Grauzone der Rechtsprechung, der wir in unserer täglichen Arbeit ausgesetzt sind. Der “g’sunde Menschenverstand” findet in diesen Problemen leider keine Anwendung…
Die “Präsentationsfalle”
Trotzdem ein kurzer Hinweis, den ich persönlich sehr interessant gefunden habe: Die Präsentation von Ideen und Konzepten vor einem Kunden stellt einen Designer oder eine Agentur vor die Herausforderung, dass diese nur in seltenen Fällen urheberrechtlichen Schutz genießen, sondern nur deren Umsetzung. Einige schwarze Schafe unten den Auftraggebern sahen deshalb manchmal kein Problem darin, Auszüge eines präsentierten Konzepts zu verwenden, ohne dem Schöpfer dieser Idee eine entsprechende Abgeltung zu honorieren. Im Rahmen des Prozesses zwischen einer oberösterreichischen Agentur und einer Hendlrestaurant-Kette sah der Oberste Gerichtshof nun jedoch sehr wohl eine Schutzfähigkeit von präsentierten Ideen, Konzepten, Slogans usw. vor. Zwar nicht im Rahmen des Urheberrechts, sondern durch die zivilrechtlichen “Vorvertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflichten”. Die Verwendung präsentierter Ideen wird so zumindest theoretisch unterbunden…
Nachdem die Materie unbegrenzt ist und österreichische Gestalter noch immer zu wenig über ihre Rechte wissen, darf man auf eine Fortsetzung/Wiederholung/Intensivierung des Workshops hoffen…
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25. September 2008
Wenn’s nach dem ORF geht, anscheinend ein selbstverliebter Dilletant, der sauschlechte Werbespots macht…
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16. August 2008
An einem verregneten Wochenende in Kärnten, wie es derzeit herrscht, schaltet man natürlich mal den Fernseher ein, nur um zu sehen, dass neben Olympia-Live-Übertragungen nur Müll geboten wird.
Umso fröhlicher stimmt mich dann die Ankündigung, dass die beste US-TV-Serie der letzten Jahre, “How I met your mother” (siehe früher), nun auch ins deutschsprachige Fernsehen kommt. Die Geschichte rund um einen Vater, der seinen Kindern im Jahre 2030 die Geschichte erzählt, wie er in den 2000er-Jahren ihre Mutter kennenlerte, weist für eine Comedyserie sehr komplexe Verschachtelungen, Flashbacks und Parallelgeschichten auf. Start ab 13. September auf Pro7 (um 14.10 Uhr), ab 18. Oktober im ORF. Und im US-Original gibt es ab 22. September bereits die vierte Staffel. Die letzte Staffel lies ja leider etwas von dem schrägen Humor und Storyline ab, dafür gab es massenweise Promis wie z.B. Britney Spears als naive Sprechstundengehilfin.
Wir können nur hoffen, dass der phänomenale Witz, der der Serie bereits zwei Emmys einbrachte, auch in der deutschen Fassung (zumindest ansatzweise) rüberkommen wird. Der nachmittägliche Sendetermin lässt leider das Schlimmste vermuten…
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09. August 2008
Was macht ein Menschenfreund, wenn ihm jemand in einer E-Mail einen Selbstmord bzw. Mord droht? Er verständigt natürlich die Polizei.
Doch so kam jetzt ein schweizer Spam-Jäger zu einem nächtlichen Polizeibesuch, denn seine “Gegner” hatten falsche E-Mails unter seiner Privatadresse ausgeschickt, in denen besagte Tat mehr als 100.000 Empfängern angekündigt wurde. Wie hilflos man also selbst als “Profi” gegen die Spamflut ist, berichtet er in einer interessanten Zusammenfassung auf seiner Website.
Übrigens: Mittäter von allen Spammern sind besonders jene Zeitgenossen, die ihre eigenen Mails mit großzügigen cc:-Adresslisten an hunderte Empfänger schicken und so die Kriminellen mit immer neuen Adressen versorgen…
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21. Juli 2008
In Klagenfurt ärgern sich Autofahrer immer wieder über die Flugzettel – meist einschlägiger Etablissements -, die hinter die Windschutzscheiben gesteckt werden. Die Verantwortlichen im Magistrat zeigen sich dabei recht hilflos und wollen/können/dürfen wollten sich nicht zu einem harten Durchgreifen entschließen.
Dabei ist diese Verteilung auf öffentlichen Straßen laut StVO sowieso rechtswidrig, wie auch der Fachverband ausführlich erklärt. Werbung, die den Empfänger nervt, bringt sowieso nur einen Umkehreffekt, also können wir auf diese Art der Kommunikation wirklich verzichten.
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12. Juli 2008
Ich bin da neulich über ein Zitat von Harry Markowitz, US-Ökonom und Nobelpreisträger, gestolpert, das man wunderbar auch für unsere Branche interpretieren kann (und diese Freiheit nehm ich mir jetzt mal):
“Das oberste Ziel eines Ökonomen [einer Agentur] sollte nicht sein, einen Nobelpreis [Werbepreis] zu bekommen, sondern den Tag mit lustigen Menschen zu verbringen, um lustige Probleme zu lösen.”
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05. Juli 2008
Der wohl bekannteste (lebende) Österreichische Grafiker war gestern Abend im Museumsquartier zu Gast. Thema des Abends: “Things I have learned in my life so far.” Seine Mutti hat er gleich mitgebracht.
Und wie war er?
Hm… Inspirierend, konsequent, mutmachend, offen, querdenkend.
Bitte mehr davon!
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19. Juni 2008
Letztes Jahr konnte wir bei designation mit den Friesacher Burghofspielen einen kleinen, aber sehr interessanten Kunden gewinnen. Der Verein blickt auf fast 60 Jahre Laientheater zurück und konnte in der Burgruine des Friesacher Petersbergs bereits für einige bekannte Schauspieler die “ersten Bretter” unter freiem Himmel bieten. Doch wie so viele semiprofessionelle Theatergruppen waren auch hier die Werbemittel eine bunte Collage aus zusammengetragenen Einzelteilen, als wir mit der Neugestaltung beauftragt wurden.
Unsere erste Arbeit im Frühjahr 2007 war deshalb die Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes in einer grafisch prägnanten Gestaltungslinie. Ausserdem haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die Schauspieler, die alle unentgeltlich viele Abende für Proben und Aufführungen opfern, stärker mit dem Stück in Verbindung bringen können.
Herausgekommen ist dabei ein klassisches, reduziertes Design, wie es zum Thema “Kultur” passt, jedoch mit einem schelmischen “Augenzwinkern”, wie es ein Sommertheater mit Komödien notwendig hat. Die Akteure werden jetzt nicht nur als Foto abgebildet (wieder ganz toll von Günter Jagoutz ins Bild gebracht), sie präsentieren vielmehr den Inhalt und nehmen optisch einen Dialog ein.
Und auch heuer verfolgten wir diese neue Linie in der Gestaltung der Werbemittel des neuen Stücks “Lumpazivagabundus” von Johann N. Nestroy. Gestern wurde mit dem Programmheft der letzte Teil geliefert, und es freut mich sehr, dass unser Bestreben nach “frischem Wind” im Design auch wahrgenommen wird. So schreibt die Kärntner Kronen Zeitung heute in ihrer Kulturkritik: “… begleitet wird die Produktion von einem gut gemachten Programmheft…”
Da damit zu rechnen ist, dass die Vorstellungen schon wegen dem in Österreich sehr beliebten Stücks bald ausverkauft sein werden, empfehle ich (auch für Kärntenurlauber) eine rechtzeitige Kartenreservierung.
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17. Juni 2008
Wer gestern nach dem erfolglosen Fußballmatch (übrigens durch 2,2 Millionen Seher das zweitmeistgesehene Programm aller Zeiten im ORF) noch geistig aufnahmefähig war, konnte in ORF 2 im Kulturmontag einen interessanten Beitrag über die Perversion des Schönheitskults sehen.
Warum sich nette Mädels in fragwürdigen Shows von einem gealterten ex-Top-Model erniedrigen lassen, war mir ja immer schon ein Rätsel. Mittlerweile kann man in Kärnten auch keines der selbsternannten “Lifestyle”-Magazine aufschlagen, ohne dass man genau erklärt bekommt, wie wichtig und sozial akzeptabel eine Schönheits-OP ist (akzeptabel ist ja heutzutage alles, was den Schmierblättern Geld bringt). Und in Ami-Land ist das natürlich noch viel bunter und größer, wo Schönheits-OP-Fernsehshows bis zu 500.000 Bewerbungen von potentiellen Kandidatinnen bekommen. Kein Wunder, sie haben schlechte Vorbilder: Die meisten Schauspielerinnen aus den USA sehen mittlerweile aus wie untote Statisten aus “Fluch der Karibik”. Eine gute Darstellung des Problems ist auch in einer Folge der Simpsons zu finden, wo Lisa in einem Geschäft für Teenagermode nur Kleider in der Größe “Size 0 and below” bekommt…
Schönheitskult gab es bereits in der Antik und wird es auch immer geben, jedoch wurde in Hinblick auf den “ungesunden” Anstieg in der Sendung die berechtigte Frage gestellt: Sind wir äußerlich so reich oder innerlich so arm, dass wir das brauchen?
Leider haben diese “ungesunden” Gestalten in der Werbung schon lange ihren Platz gefunden. Deshalb denke ich, dass es gerade wir Medienproduzenten sind, die die Gesellschaft positiv verändern können. Indem wir z.B. keine Models für Jobs beschäftigen, die einen Body-Mass-Index von unter “18″ haben. Na gut: “17.5″. Sonst bekommt man ja heutzutage gar keine Models mehr…
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28. Mai 2008
Nach dem kleinen Ausflug in die spannende Welt der Notebook-Akkus hat es mich doch sehr gejuckt herauszufinden, ob ein MBP ohne Batterie wirklich mit nur einem Prozessor läuft, wie die Mär es stets behauptet. Hilfreich dabei war mir übrigens XBench, das mit einer Reihe von Test die Performance eines Macs ermittelt.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der MBP läuft auch ohne Batterie mit zwei Prozessoren, wie nebenstehende Grafik aus dem Temperaturmonitor zeigt. Jedoch geht die CPU-Leistung stark zurück: Mit Batterie erreicht der CPU-Test 113,72 Punkte, ohne gar nur 62,13. Apple hat natürlich eine plausible Erklärung dafür.
Also wird leider nichts aus dem Plan, die selten genutzte Batterie zur Schonung zu entfernen…
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